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Autobauer: VW eröffnet Pilotanlage zur Batteriezellen-Produktion

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Volkswagen startet im November mit der Produktion von E-Autos der neuen ID-Modellfamilie.



(Foto: dpa)

Salzgitter Volkswagen macht bei seinen Plänen für eine eigene Batteriezell-Fertigung für E-Autos ernst. Der Konzern eröffnete an diesem Montag am Standort Salzgitter eine Pilotanlage zur Akku-Produktion für Kleinserien.

Damit wollen die Wolfsburger Erfahrungen sammeln, um später zusammen mit Northvolt Batteriezellen in großem Stil herzustellen. Mit dem schwedischen Start-up hat Volkswagen bereits ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. VW hatte vor einigen Monaten angekündigt, rund 900 Millionen Euro in die gemeinsamen Batterie-Aktivitäten zu investieren.

In dem Center of Excellence in Salzgitter entwickeln, erproben und pilotieren rund 300 Experten Fertigungsverfahren zur Produktion von Lithium-Ionen-Akkus. Dafür investiert der Konzern im ersten Schritt mehr als 100 Millionen Euro, insgesamt also mehr als eine Milliarde.

Ab 2020 soll am gleichen Standort eine Batteriezellfabrik mit einer Kapazität von 16 Gigawattstunden entstehen. Der Produktionsstart ist für den Jahreswechsel 2023/2024 geplant. Bis dahin sollen mehr als 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden, 700 davon im Joint Venture mit Northvolt. Ebenfalls in Salzgitter soll im kommenden Jahr eine Pilotanlage für Recycling von Batterien in Betrieb gehen.

Die Investition für den Einstieg in die erste Batteriezellfertigung in Deutschland hatte der VW-Aufsichtsrat im Mai freigegeben. Ein Teil der Summe ist für das Gemeinschaftsunternehmen vorgesehen, ein weiterer Teil geht direkt an Northvolt. Im Gegenzug sollte Volkswagen eine Beteiligung von rund einem Fünftel an dem schwedischen Unternehmen und einen Sitz im Aufsichtsrat erhalten.

Volkswagen startet im November mit der Produktion von E-Autos der neuen ID-Modellfamilie und will den Ausstoß in den nächsten Jahren steigern. Dazu werden große Mengen an Batteriezellen benötigt, die der Konzern bisher von asiatischen Lieferanten bezieht. Um die Abhängigkeit zu verringern, schaut sich das Management bereits nach weiteren Standorten in Europa um. Auch Emden kommt demnach in Frage.

Insgesamt hat Volkswagen für seine ehrgeizigen Pläne allein in Europa ab 2025 einen jährlichen Bedarf von mehr als 150 Gigawatt-Stunden Speicherkapazität. In Asien kommen nochmal ähnliche Größenordnungen dazu.

Mehr: Das Führungspersonal von Volkswagen will auch nach einer möglichen Anklage im Amt bleiben. Das Unternehmen stünde dann vor einer Zerreißprobe.


Source: Handelsblatt Online – Wirtschaft – Politik, Unternehmen und Finanzen
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