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„Kiffender Kollege in USA“ – Joe Kaeser beleidigt Elon Musk

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Es gehört zu den goldenen Regeln, dass Unternehmen ihre Kunden öffentlich nicht kritisieren sollten. Siemens-Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser hat sich jetzt ausgerechnet den Tesla-Chef und Raumfahrtunternehmer Elon Musk vorgeknöpft – einen Großkunden des deutschen Konzerns.

Kaeser hat für ihn offensichtlich wenig übrig. Ohne Musk direkt beim Namen zu nennen, schreibt Kaeser: „Amüsante Meinungsbildung in unserem Land: Wenn ein deutscher Vorstands-Chef proaktiv sein Unternehmen auf die Zukunft ausrichtet, gilt er als ,pathetisch‘ oder ,philosophisch‘. Wenn ein kiffender Kollege in USA von Peterchens’ Mondfahrt spricht, ist er ein bestaunter Visionär.“

Die eigentliche Brisanz von Kaesers Nachricht liegt darin, dass sein erst jüngst bestellter Stellvertreter Roland Busch kürzlich Musk in den USA getroffen hat. Der vermutlich künftige Siemens-Chef Busch bezeichnete Musk nach dem Treffen in einer Twitter-Botschaft als „wahren Visionär unserer Zeit“.

Er habe mit ihm über Themen wie die künftige Mobilität, das schnelle Aufladen von E-Autos, neue Fertigungsmethoden und Raketentechnik gesprochen. Busch schreibt, dass der deutsche Konzern stolz sei, „Elons aufregendste Träume“ zu unterstützen.

Soweit bekannt, hat Siemens bereits vor Jahren Spezialsoftware an den Raumfahrtkonzern SpaceX geliefert und unterstützt mit Automatisierungstechnik die Tesla-Produktion. Auch im Energiesektor gibt es Anknüpfungspunkte. Musk gilt als Taktgeber der Raumfahrtbranche und als Vorreiter bei E-Autos.

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Roland Busch

Kaeser verfasste die Kurznachricht einen Tag nach der Bilanzpressekonferenz von Siemens. Dort wurde bereits deutlich, dass Kaeser das Thema seiner Nachfolgeregelung keineswegs gelassen nimmt. Er betonte, dass erst im Sommer 2020 der Aufsichtsrat entscheide, ob Technikvorstand Busch tatsächlich seine Nachfolge antreten wird. Kaeser ließ sich eine Hintertür offen. Falls er bereit wäre, noch einmal zu verlängern, wäre das dann keine Zeitspanne über fünf Jahre, sagte er.

Kaeser sprach dennoch von der ersten „geordneten Nachfolgeplanung seit 15 Jahren bei Siemens“. Die Entscheidung, wer tatsächlich künftig an den Siemens-Spitze steht, liegt beim Aufsichtsrat. Busch machte am Rande der Pressekonferenz deutlich, dass er als Siemens-Chef bereitstünde.

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Source: Wirtschaft – WELT
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