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„Je reicher jemand ist, umso höher ist seine individuelle Inflationsrate“

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Reinhard Panse, Strategiechef der 2020 gegründeten Vermögensverwaltung Finvia, ist überzeugt davon, dass den Notenbanken, zumal der EZB, gar nichts anderes übrigbleibe, als den Zins dauerhaft auf einem historisch niedrigen Niveau zu halten. Andernfalls riskierte man den Kollaps von Unternehmen, Staaten und der Euro-Zone. Panse und sein Kompagnon Christian Neuhaus raten deshalb allen, die es sich leisten können, dringend dazu, ihr Geld in Aktien und außerbörsliche Beteiligungen (Private Equity) anzulegen: „Was sonst? Immobilien sind teuer, Staatsanleihen renditelos. Da bleibt nicht viel.“ Christian Neuhaus (r.) und Reinhard Panse, Mitgründer der Vermögensverwaltung Finvia Quelle: Finvia/Matthias Oertel Panse, 60, stand zuvor als Geschäftsführer bei der HQ Trust in Diensten, der Vermögensverwaltung der Familie Harald Quandt. Auch Christian Neuhaus, 41, war zuletzt bei HQ Trust tätig, wo er als Gesellschafter unter anderem die Digitalstrategie mitentwickelt hat. Bei Finvia bürgt er als sogenannter Chief Client Officer für die Zufriedenheit der Kundschaft. Finvia betreut zurzeit mehr als 100 Kunden und verwaltet ein Gesamtvermögen von 2,5 Milliarden Euro. Die Mandantschaft reiche „von einem U21-Nationalspieler bis hin zum klassischen Unternehmenserben mit einem Vermögen von weit über 100 Millionen Euro“, sagt Christian Neuhaus. Finvia beschäftigt rund 70 Mitarbeiter und gehört ein Jahr nach seiner Gründung zu den größten Vermögensverwaltungen des Landes. Lesen Sie auch Finanz-Influencer WELT: Herr Panse, Herr Neuhaus, der Aktienmarkt, vor allem jener in den USA, gilt mal wieder als überbewertet, aber die Kurse steigen natürlich fröhlich weiter. Grund dafür sind die hohen Staatsschulden, die exzesshafte Geldpolitik der Notenbanken und die daraus folgenden Null- oder Niedrigzinsen. Erhöht werden können sie nicht, denn dann gingen unzählige Unternehmen und wahrscheinlich auch etliche Staaten bankrott. Man macht also nichts verkehrt, wenn man weiter in Aktien investiert? Reinhard Panse: Ich bin absolut überzeugt davon, dass die Zentralbanken den Langfristzins gewaltsam auf 0,0 pressen werden. Warum? Weil sie es tun müssen! Italien kann Anleihezinsen von 4,5 oder 8 Prozent, die jetzt vielleicht angemessen wären, schlicht nicht bezahlen. Und die EZB ist letztlich den Regierungen verpflichtet. Denn wenn die Euro-Zone auseinanderbräche, wäre auch die EZB am Ende. Was können Anleger tun? Immobilien sind teuer, Staatsanleihen renditelos. Da bleibt nicht viel. Die Leute werden in Aktien gehen müssen und in Private Equity. Lesen Sie auch Strompreis-Schock WELT: PE ist eine Sache für Hasardeure. Wer hier investiert, muss bereit, in der Lage und willens sein, immer mal wieder Geld nachzuschießen, weil ein Start-up mehr Geld verbrennt als befürchtet oder eine Firmensanierung länger dauert als erwartet. Panse: Wir haben jahrzehntelange Erfahrung in Private Equity und können eins felsenfest behaupten: Es ist keine Sache für Hasardeure! Private-Equity-Investments sind vergleichsweise sehr erfolgreich durch die Krisen der vergangenen Jahre gekommen. Mit unserem großen Netzwerk und Zugängen im PE-Bereich können wir Investments ab 100.000 Euro anbieten. Und für 200.000 Euro kann sich der Anleger an bis …

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