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Mischfonds: Flossbach kauft Aktien, Skeptiker warten ab

Börse Frankfurt

Vom Top im Februar sackte der Welt-Aktienindex bis Mitte März um 27 Prozent, der Dax verlor sogar 35 Prozent.

(Foto: dpa)

Frankfurt Es ist alles anders. Das Coronavirus bringt auch die Fondsmanager ins Homeoffice. Sie müssen jetzt in der eigenen Wohnung das Geld ihrer Anleger mehren – was momentan …

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Ölfonds: Norwegens Staatsfonds erzielt zweitbestes Ergebnis aller Zeiten

Yngve Slyngstad

Der CEO von Norwegens Staatsfonds hat im Oktober des vergangenen Jahres seinen Abschied angekündigt.



(Foto: Reuters)

Düsseldorf Der verstärkte Fokus auf Aktien hat sich für den norwegischen Staatsfonds ausgezahlt. Der 1,1 Billionen Dollar schwere Ölfonds erzielte im abgelaufenen Jahr eine Rendite von 19,9 Prozent, wie die Norges Bank Investment Management am Donnerstag bekanntgab. Der totale Zuwachs des Fondsvermögens um 180 Milliarden Dollar ist sogar das größte Plus der Geschichte.

Dementsprechend zufrieden äußerte sich Yngve Slyngstad, der scheidende Chef des Fonds: „2019 war ein großartiges Jahr in der Geschichte des Fonds, angetrieben von positiven Aktienrenditen in allen Hauptmärkten des Fonds und in allen Aktienbereichen.“ Slyngstad hatte im Oktober des vergangenen Jahres seinen Abschied angekündigt. Als möglicher Nachfolgekandidat gilt sein Stellvertreter Trond Grande.

Das zweitstärkste Ergebnis aller Zeiten – nur 2009 erzielte der Fonds mit 26 Prozent eine höhere Rendite – hängt vor allem mit dem starken Aktienjahr 2019 zusammen: So gewann der deutsche Leitindex Dax mehr als 25 Prozent, der amerikanische Dow Jones legte 22,33 Prozent zu. Der Wert der weltweiten Aktien stieg um 17 Billionen Dollar – fast so viel wie das Bruttoinlandsprodukt der USA.

Davon profitierte der Ölfonds ganz besonders, schließlich gehörten ihm im vergangenen Jahr 1,4 Prozent sämtlicher auf der Welt ausgegebenen Aktien an: Im Jahr 2019 baute er seinen Aktienanteil auf das Rekordniveau von 70,8 Prozent aus. 26,5 Prozent des Fondsvermögens sind in Staatsanleihen investiert, 2,7 Prozent in Immobilien.

Die Beteiligungen mit dem größten Anteil an dem Ergebnis waren die US-Tech-Riesen Apple und Microsoft sowie der weltweit größte Nahrungsmittelkonzern Nestlé. Das schlechteste Ergebnis erzielten die Anteile am Telekommunikationsunternehmen Nokie, am Pharmakonzern Pfizer und der schwedischen Swedbank, gegen die in einem Geldwäscheskandal ermittelt wird.

Der starke Aktienfokus bedeutet allerdings auch: Von dem durch das Coronavirus ausgelösten Ausverkauf an den Börsen ist der Staatsfonds besonders betroffen.

Trotzdem will CEO Slyngstad sein Portfolio nicht anpassen. „Wir sind ein Fonds mit einem Anlagehorizont von 30 Jahren, das macht es einfach, wenn es turbulent wird“, zitiert ihn die Nachrichtenagentur Bloomberg. „Natürlich verfolgen wir die Schwankungen am Markt ganz genau – und diese sind aktuell beträchtlich. Diese Art von Risiko ist für uns aber schwer zu analysieren und keine Situation, in der wir Aktien ein- oder verkaufen.“


Mehr: Norwegens Notenbankchef warnt vor Einmischung in Ölfonds.

Source: Handelsblatt Online – Wirtschaft – Politik, Unternehmen und Finanzen
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Staatsfonds: Projekt „Silbersee“: Frankreichs Regierung sieht Schutzbedarf bei Firmen

Bruno Le Maire

Frankreichs Wirtschaftsminister plant einen vier Milliarden schweren Stabilitätsfonds.


(Foto: AFP)

Paris Frankreichs Wirtschafts- und Finanzministerium ist überzeugt, dass es mit seinem neuen Staatsfonds den Wünschen der Privatwirtschaft entspricht. Der milliardenschwere Fonds „Lac d’argent“ („Silbersee“) unter Obhut der staatlichen Investitionsbank BPI soll Frankreichs Firmen vor unliebsamen Investoren schützen.

Eine Sprecherin des Ministeriums bekräftigte gegenüber dem Handelsblatt am Mittwoch: „Es gab in der jüngsten Vergangenheit mehrere Bitten von großen Unternehmen, die eine Notwendigkeit sehen, besser gegen aktivistische Investoren geschützt zu werden.“

Bei der „Französischen Vereinigung der Privatunternehmen“ (Afep) hatte das tags zuvor noch ganz anders geklungen. Sie äußerte gegenüber dem Handelsblatt, dass sie sich an dem Fonds nicht beteiligen werde und auch nicht die Bitte geäußert habe, dass ein staatlicher Fonds sich am Kapital ihrer Mitgliedsfirmen beteiligen solle.

Auf die Kritik reagierte das Ministerium jetzt. Unter anderem stellte es stärker als anfangs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire selber heraus, dass der Fonds „wie ein Privatunternehmen geführt“ werde. Der Minister hatte noch die staatliche Initiative in den Vordergrund gerückt.

Mittlerweile scheint die Befürchtung aufzukommen, das könne private Investoren abschrecken, Anteile am Fonds zu zeichnen.

Start im April geplant

„Silbersee“ soll im April an den Start gehen, mit zunächst vier Milliarden Euro. Angestrebt ist ein Volumen von zehn Milliarden Euro. Eine Milliarde Euro kommt vom Staatsfonds Mubadala der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), wie Le Maire am Montag sagte. Das sei anfangs der einzige Staatsfonds, der sich an Silbersee beteiligen werde.

Derselbe Betrag komme von der Staatsbank BPI, die nach Aussage ihres Chefs Nicolas Dufourcq den Fonds führen wird. Zunächst werde in „15 französische Aktiengesellschaften“ des CAC 40 investiert. Der Fonds werde „von der einzigartigen Erfahrung der BPI in der Governance großer Gesellschaften profitieren“.

Noch einmal eine Milliarde Euro will die BPI durch die Aufnahme neuer Verbindlichkeiten einbringen, und schließlich sollen institutionelle Investoren die vierte Milliarde zuschießen. Von denen ist bislang nur der französische Versicherer Axa bekannt, der dem Handelsblatt seine Teilnahme bestätigt hatte.

Das Wirtschaftsministerium ist nun darauf erpicht, Silbersee eher als eine private Initiative darzustellen. „Der Fonds wird wie ein privates Unternehmen geführt, im Vordergrund steht die Rendite“, hieß es. Das steht allerdings etwas im Widerspruch zu der Aussage des Ministers und des BPI-Chefs, es gehe vor allem darum, zahlreiche große Aktiengesellschaften fest in Frankreich zu verankern.


Seitdem aktivistische Investoren in Frankreich ihren Einfluss ausbauen, besteht in der Regierung die Furcht, sie könnten große Aktiengesellschaften destabilisieren. Der Hedgefonds Muddy Waters beispielsweise hatte mit einer aggressiven Kommunikation auf die hohe Verschuldung der Casino-Gruppe von Jean-Charles Naou‧ri hingewiesen und damit einen Kurssturz bei dem Einzelhandelsunternehmen ausgelöst. Allerdings konnte Muddy Waters keine Fehlinformation nachgewiesen werden.

Afep-Generaldirektor François Soulmagnon sagte dem Handelsblatt: „Wenn es dem Staat darum geht, den Abschied großer Unternehmen aus Frankreich zu verhindern, kann er das einfacher haben, indem er eine ‚goldene Aktie‘ erwirbt.“ Das im vergangenen Jahr verabschiedete „Pacte“-Gesetz eröffne die Möglichkeit dazu. Dieses Gesetz verfolgt eigentlich das konträre Ziel: Es enthält die Privatisierung der Lottogesellschaft und der Pariser Flughäfen. Doch ein wenig beachteter Teil sieht in der Tat vor, dass der Staat künftig auf einfachere Weise sogenannte goldene Aktien erwerben kann, mit denen er die Beteiligung eines bestimmten Investors oder den Verkauf von Unternehmensteilen verhindern kann.

Mehr: Das Projekt „Silbersee“ ist eine ungewollte Hilfe für Frankreichs Unternehmen, kommentiert Handelsblatt-Redakteur Thomas Hanke.

Source: Handelsblatt Online – Wirtschaft – Politik, Unternehmen und Finanzen
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Projekt „Silbersee“: Frankreichs Konzerne sind von der Staatsbeteiligung nicht begeistert

Bruno Le Maire

Die Idee von Frankreichs Wirtschaftsminister stößt nicht überall auf Gegenliebe.


(Foto: AFP)

Paris Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire steht unmittelbar davor, sich einen Traum zu erfüllen, den auch Peter Altmaier pflegt: den Schatz im Silbersee. Denn im April wird die staatliche Investitionsbank BPI einen Fonds mit dem Namen „Lac d‘argent“ gründen. Mit einem Volumen von anfangs vier Milliarden Euro werde er große börsennotierte Unternehmen seines Landes „stabilisieren“, sagte Le Maire am Montag.

„Die Aufgabe dieses Fonds ist es, ein stabiles und langfristiges Aktionariat der größten französischen Unternehmen zu sichern“, erläuterte der Minister in Abu Dhabi. Dort hatte er den Staatsfonds „Mubadala“ der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) dazu bewegt, sich mit einer Milliarde Euro an „Lac d‘argent“ zu beteiligen.

Auch große Versicherer sind mit von der Partie. Axa bestätigte dem Handelsblatt, dass das Unternehmen mitmachen wird, nannte aber noch keinen Betrag.

Mubadala-Chef Waleed Al Mokarrab Al Muhairi ist erfreut: „Durch unsere Partnerschaft mit der BPI und dem See-Fonds werden wir Zugang zu außergewöhnlichen Investments in Frankreich erhalten, die uns attraktive Renditen ermöglichen.“ Laut BPI-Chef Nicolas Dufourcq wird der neue Fonds in den kommenden Jahren bis auf zehn Milliarden Euro anwachsen und Beteiligungen an rund 15 französischen Aktiengesellschaften „der ersten Reihe“ erwerben.

Ob und woher Frankreichs Konzernen eine Destabilisierung droht, führte Le Maire am Montag nicht aus. Doch im April 2019, als die Überlegungen über „Silbersee“ begannen, redete Le Maire Klartext: „Ich denke darüber nach, wie es uns gelingen kann, besser den aktivistischen Fonds standzuhalten.“ Damals kochte die Diskussion über den Einfluss und die möglichen negativen Wirkungen aktivistischer Fonds hoch. Das Ergebnis des ministeriellen Nachdenkens ist Silbersee.

Berlin verfolgt die Planung

Die Pläne der Franzosen stoßen auch in Berlin auf Interesse. „Wir verfolgen die Planungen der französischen Regierung“, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Man wolle sie aber nicht kommentieren. Das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet derzeit ebenfalls an Konzepten, um missliebige Investoren abzuwehren. So hatte Minister Peter Altmaier (CDU) im November 2019 seine „Industriestrategie 2030“ vorgestellt.

Sie sieht vor, dass der Staat sich über die bundeseigene Förderbank KfW als Ultima Ratio „und nur dann, wenn alle anderen Instrumente nicht greifen“, im Einzelfall bei sensiblen oder sicherheitsrelevanten Technologien beteiligt. In einem ersten Entwurf der Strategie, die Anfang 2019 veröffentlicht worden war, hatte Altmaier dieser Beteiligungsmöglichkeit noch einen größeren Stellenwert beigemessen. Ökonomen und Wirtschaftsvertreter hatten vor staatlichen Eingriffen gewarnt.

In Berlin wird darauf hingewiesen, die Pläne der Franzosen seien auf die Abwehr aktionistischer Investoren zugeschnitten. In den Überlegungen des Bundeswirtschaftsministers dagegen gehe es – auch wenn davon nicht ausdrücklich die Rede ist – in erster Linie darum, chinesische Investoren abzuwehren.

„Deutsche Unternehmen befinden sich nicht nur im Wettbewerb um die besten Produkte, sondern zunehmend im Wettbewerb mit Wirtschaftssystemen, die stark auf staatliche Interventionen und protektionistische Marktabschottung setzen“, sagte Altmaier bei der Präsentation seiner Strategie. „Das ist ein ungleicher Kampf, den immer mehr unserer Unternehmen verlieren.“


Der Haken an der Beteiligungslösung ist: Einige derjenigen, die Le Maire und Altmaier unter ihre Fittiche nehmen wollen, fühlen sich gar nicht schutzbedürftig. „Wir nehmen daran nicht teil, das ist keine Idee, die von uns ausgeht, wir haben den Staat nicht darum gebeten, sich an Unternehmen zu beteiligen“, sagte François Soulmagnon am Dienstag dem Handelsblatt. Er ist Generaldirektor der Französischen Vereinigung der Privatunternehmen (Afep), dem Zusammenschluss von 113 börsennotierten Gesellschaften, die 78 Prozent der französischen Börsenkapitalisierung ausmachen.

Verfehlte Problemanalyse

Der Unternehmerverband Medef zieht es vor zu schweigen, während die Afep eine klare Position hat: „Wir bitten den Staat nicht darum zu intervenieren.“ Das ist die Auffassung, die auch deutsche Unternehmen vertreten haben, als Wirtschaftsminister Peter Altmaier im vergangenen Jahr ähnliche Überlegungen und Pläne laut werden ließ wie Le Maire.

Der Silbersee lockt die Privatunternehmen nicht. Nicht allein das Mittel, schon die Problemanalyse halten sie für verfehlt. „Aktivistische Investoren sind kein Feind per se“, bringt Soulmagnon es auf den Punkt. „Wenn ein normales Unternehmen ein anderes kaufen will, dann kann es sich zeitweilig wie ein Aktivist verhalten.“ Das Problem bestehe nicht in bestimmten Vehikeln, sondern „in einer Asymmetrie“.

Schädliche Aktivisten nutzen eine sehr knappe Zeitspanne aus, in der sich die Zielgesellschaft nicht verteidigen könne, analysiert der Afep-Generaldirektor. „Hier müssen wir ansetzen, es geht also um Regulierung und nicht um eine Frage von Beteiligungen.“ Schon heute halte der französische Staat Anteile an rund 15 großen Aktiengesellschaften, das bringe aber wenig bei der Thematik der Aktivisten. Mit zehn Milliarden könne der Fonds ohnehin bestenfalls je zwei bis drei Prozent am Kapital von 15 CAC-40-Unternehmen erwerben.

Für die Afep sei wichtig, dass viele Mitglieder einen äußerst diversifizierten Aktionärskreis haben. Im Schnitt liegt der Anteil ausländischer Investoren an den CAC-40-Gesellschaften nach Zahlen der Banque de France knapp unter 50 Prozent. „Bei einigen ist es deutlich mehr, trotzdem bleiben sie französische Unternehmen“, betont Soulmagnon.

Naivität gegenüber den möglichen schädlichen Wirkungen der Aktivisten kann man den französischen börsennotierten Gesellschaften und der Afep nicht vorwerfen. Die Vereinigung hat im vergangenen Dezember eine Studie über „Aktivistische Aktionäre“ veröffentlicht. Soweit sie negativ zu beurteilen seien, zeichneten sie sich durch „eine sehr kurzfristige Sicht und aggressive Methoden aus“. Sie wollten schnelle Gewinne realisieren, auf Kosten der langfristigen Schaffung von Werten.

Alles, was über den eigenen, sehr kurzen Anlagehorizont hinausgehe, interessiere den Aktivsten nicht. Er versuche, Vorstand und Aufsichtsrat der Zielgesellschaft sowie einzelne Personen zu destabilisieren und unglaubwürdig zu machen, durch Medienkampagnen und die Beeinflussung anderer Aktionäre.

Angriffe mit Vorlauf

Gefährliche Aktivisten planten ihre Angriffe lange im Voraus, schlügen dann aber sehr schnell zu und zwängen die Gremien der AGen dazu, sehr schnell zu reagieren, was diese nicht immer könnten, so die Afep. Meist bestehe der Zweck darin, eine schnelle Ausschüttung von Dividenden oder Aktienrückkäufe zu erzwingen. Manchmal gehe es aber bis zur Abspaltung von Unternehmensteilen oder zur kompletten Zerschlagung. Die Afep hebt allerdings hervor, dass aktive Investoren, die Kritik üben und Gehör verlangen, im Gegensatz zu destruktiven Aktivisten auch an der langfristigen Entwicklung ihrer Aktiengesellschaft interessiert seien.

2018 habe es weltweit 247 große Aktivisten-Kampagnen gegeben, davon 58 in Europa. „Man muss sich darauf einstellen, dass diese Zahl zunehmen wird“, heißt es in der Studie. Staatliche Beteiligungen änderten daran überhaupt nichts. Den eigenen Mitgliedern empfiehlt die Afep vielmehr, niedrige Meldeschwellen für Beteiligungen zu praktizieren, einschließlich solcher über Derivate.

Am wichtigsten sei es, die eigenen Aktionäre gut zu kennen, in einen engeren Austausch mit ihnen zu treten, die eigene Strategie und die Ziele stets transparent zu vermitteln. Auch „sollte man es darauf anlegen, eine Vertrauensbeziehung zu den Journalisten aufzubauen“. Stets müsse man die möglichen Angriffswinkel des Aktivisten durchdenken und sich darauf vorbereiten: Governance, Strategie, Merger und Akquisitionen sowie die Kapitalnutzung.


Mehr: Das Projekt „Silbersee“ ist eine ungewollte Hilfe für Frankreichs Unternehmen, kommentiert Handelsblatt-Redakteur Thomas Hanke.

Source: Handelsblatt Online – Wirtschaft – Politik, Unternehmen und Finanzen
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