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Die Systemkamera mit Maxi-Display macht Einsteiger glücklich

Mit den Systemkameras der X-Serie hat sich Fujifilm viele Freunde unter den Fotografen gemacht, vor allem mit schicken Profikameras wie der Fujifilm X-H1 oder der Fujifilm X-T3. Bei den Einsteigermodellen konnten die Systemkamera-Spezialisten dagegen oft nicht überzeugen – da war die Ausstattung deutlich abgespeckt oder etwas betagt.

Das ist bei der neuen Fujifilm X-A7 ganz anders. Sie bringt brandneue Technik und ein echtes Riesendisplay. Was die kompakte Systemkamera kann, sagt der Test von „Computer Bild“.

Fujifilm X-A7 hat riesiges Klappdisplay

Eine echte Besonderheit ziert die Rückseite der X-A7: Das 3,5-Zoll-Display (8,9 Zentimeter Bilddiagonale) ist eine ganze Ecke breiter als sonst üblich, selbst teurere Profimodelle wie die Nikon Z6 (Platz 1 der Bestenliste) müssen sich meist mit 3,2 Zoll begnügen, nur die Leica T und Leica TL2 bringen ein noch größeres Display mit.

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Systemkamera mit APS-C

Das Display der X-A7 ist aber nicht nur besonders groß, sondern bietet auch eine besonders hohe Auflösung von 1280×720 Pixeln (im Marketingjargon sind das 2,76 Megapixel, da die Hersteller die Subpixel für Rot, Gelb und Grün zählen). Neuer Rekord für Systemkameras – Standard sind aktuell 640×480 oder 720×480 Pixel, nur wenige Kameras bieten 800×600 oder 1024×768 Pixel.

Die hohe Auflösung sorgt für eine sehr detailreiche Darstellung, sogar bei Sonnenschein, denn das Display der Fujifilm ist mit bis zu 900 Candela pro Quadratmeter sehr hell – heller als die meisten aktuellen Modelle. Da schmerzt der Verzicht auf einen Sucher nicht ganz so sehr. Für Selfies und für Videoblogger praktisch: Das Display lässt sich zur Seite ausklappen.

Fujifilm X-A7 mit neuem Sensor

Der Sensor der X-A7 hat wie beim Vorgänger Fujifilm X-A5 24 Megapixel (Auflösung 6000×4000 Pixel), ist aber überarbeitet worden. So hat der neue Sensor beispielsweise gut achtmal mehr Autofokus-Messpunkte. Der neue Autofokus stellt genau scharf, ist aber kaum schneller als beim Vorgänger X-A5.

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Bei Tageslicht braucht die X-A7 rund drei Zehntel zum Fokussieren und Auslösen, bei Schummerlicht eine gute Zehntel länger. Da kann die Fujifilm nicht mit aktuellen Konkurrenzmodellen mithalten.

Wer gerne Sport und Action fotografiert, nimmt besser eine schnellere Kamera wie die Sony Alpha 6100. Bei Porträts hilft die automatische Gesichts- und Augenerkennung, aber auch hier braucht die X-A7 etwas mehr Zeit als aktuelle Modelle.

4K ohne Ruckler

Weiterer Vorteil des neuen Sensors: Die X-A7 nimmt 4K-Videos jetzt mit bis zu 30 Bilder pro Sekunde auf. Bei den bisherigen Einstiegsmodellen wie der Fujifilm X-T100 war in 4K schon bei 15 Bilder pro Sekunde Schluss. Dadurch ruckelten die Videos ziemlich deutlich bei Kameraschwenks oder wenn sich das Motiv bewegte.

Das Display der Fujifilm X-A7 ist breiter als bei den meisten Kameras und dank hoher Auflösung (1280x720 Pixel) sehr detailreich

Das Display der Fujifilm X-A7 ist breiter als bei den meisten Kameras und dank hoher Auflösung (1280×720 Pixel) sehr detailreich
Quelle: Fujifilm

Die X-A7 nimmt in 4K mit voller Auflösung auf (6032×3392 Pixel) und rechnet dann auf 4K (3840×2160 Pixel) runter. Ganz nebenbei bleibt so auch der Blickwinkel bei Fotos und Videos gleich. Die Videos der X-A7 sind schön detailreich und scharf – das sieht richtig gut aus. Allerdings ist der Autofokus auch beim Filmen ziemlich langsam – nix für Actionvideos mit sich rasant bewegenden Motiven.

Touchscreen und Motivprogramme

Dass die X-A7 vor allem auf Einsteiger zielt, zeigt die Bedienung der Kamera: Kreativfilter und Motivprogramme sollen die Benutzung erleichtern, viele Bedienschritte sind wie bei Handys auch per Tipp aufs Display möglich, etwa das Zoomen in Bildern mit zwei Fingern (Pinch) oder Blättern durch die aufgenommenen Fotos und Videos per Wischgeste (Swipe).

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Kamera-Funktionen

Wer die Kreativfilter nutzen möchte, dreht einfach das Programmwahlrad auf Adv. Mit Filtern wie Partial Color oder HDR Art lassen sich auch an trüben Tagen peppige Bilder schießen, siehe (Fotostrecke).

Fujifilm X-A7 hat WLAN und Bluetooth

WLAN und Bluetooth gehören bei den meisten neuen Kameras zur Standardausstattung, da macht die X-A7 keine Ausnahme. So lässt sich die Kamera per App steuern (Android und iOS verfügbar).

Auf Wunsch nutzt die X-A7 auch das Smartphone als Lieferant für Ortsdaten. Dabei hält die Kamera per Bluetooth Verbindung und schreibt die Ortsdaten automatisch nach der Aufnahme in die Bilddateien.

Für Rechtshänder ausgelegt: Die Bedienelemente der Fujifilm X-A7 konzentrieren sich auf der rechten Seite. Das erleichtert (Rechtshändern) die Bedienung mit einer Hand

Für Rechtshänder ausgelegt: Die Bedienelemente der Fujifilm X-A7 konzentrieren sich auf der rechten Seite. Das erleichtert (Rechtshändern) die Bedienung mit einer Hand
Quelle: Fujifilm

Die X-A7 ist ein echtes Leichtgewicht: Das Gehäuse wiegt mit Speicherkarte und Akku gerade einmal 320 Gramm, mit dem Zoom Fujifilm Fujinon XC 15-45 mm f3.5-5.6 OIS PZ bringt sie 453 Gramm auf die Waage. Leicht genug, um den ganzen Tag an der Schulter zu baumeln. Der Akku ist ein alter Bekannter: Der NP-W126S kommt auch in vielen anderen Systemkameras der X-Serie zum Einsatz.

Systemkameratypisch hängt die Ausdauer stark von der Nutzung ab: Wer stetig Bild um Bild schießt, bekommt aber leicht über 1000 Fotos aus einer Akkuladung.

Drei Anschlüsse bringt die X-A7 mit: HDMI, Mikrofon mit einem etwas kleineren 2,5-Millimeter-Stecker und USB im aktuellen Typ-C-Format. Letzteren allerdings nur mit der langsameren USB-2.0-Technik – da überträgt man Fotos und Videos besser mit einem Kartenleser.

Fazit: Actionfreunde werden mit der Fujifilm X-A7 nicht glücklich – dafür reagiert der Autofokus einfach nicht schnell genug. Bedienung und Bildqualität sind dagegen Stärken der Systemkamera, Fotos und Videos sehen richtig gut aus. Die Bedienung geht leicht von der Hand – besonders bequem ist sie über den Touchscreen.

Stärken: hohe Bildqualität, sehr großes Ausklapp-Display, einfache Bedienung, sehr umfangreiche Objektivauswahl

Schwächen: kein eingebauter Sucher, etwas langsamer Autofokus

Testnote: gut (2,4)

Testergebnisse der Fujifilm X-A7 im Detail

Testergebnisse der Fujifilm X-A7 im Detail
Quelle: Computer Bild

Dieser Artikel stammt aus einer Kooperation mit „Computer Bild“. Klicken Sie auf diese Links, verlassen Sie welt.de und landen auf den Artikeln bei computerbild.de.

Source:

Webwelt & Technik – WELT