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Dax aktuell: Dax schließt fast ein Prozent tiefer – Hedgefonds spekulieren weiter auf Verfall der Wirecard-Aktie

Dax-Kurve

Der Dax beendet den Mittwoch fast ein Prozent tiefer.



(Foto: dpa)

Düsseldorf Der deutsche Leitindex geht knapp ein Prozent tiefer bei 12.494 Punkten aus dem Handel. Nach der jüngsten Erholungsrally nehmen Anleger weiter Gewinne mit.

Dagegen geht es mit dem Goldpreis weiter aufwärts. Die „Antikrisenwährung“ notiert erstmals seit 2012 über der Marke von 1800 Dollar je Feinunze. Das weiter grassierende Coronavirus, unsichere Konjunkturperspektiven und ein Mangel an lukrativen Anlagealternativen treiben die Preise.

Experten erwarten, dass dieser Sprung zusätzliche Käufe auslösen wird. Dafür spricht auch die technische Analyse. Bereits in der Vergangenenheit war der Goldpreis mehrfach an der Marke von 1800 Dollar gescheitert, deswegen gilt dieser Bereich als wichtiger Widerstand.

Allerdings muss die Marke nachhaltig überwunden werden. Entweder per Schlusskurs eines Handelstages, oder besser drei Handelstage hintereinander. Derzeit notiert der Goldpreis per Feinunze bei 1809 Dollar, ein Plus von knapp 0,9 Prozent.

Sollte die Marke von 1800 Dollar nachhaltig überwunden werden, ist das Rekordhoch von 1921 Dollar aus dem Jahr 2011 in Reichweite, Preise oberhalb von 2000 Dollar wären wahrscheinlich.

Seit Jahresanfang ist der Goldpreis um knapp 19 Prozent gestiegen, in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 28 Prozent. Dafür haben in erster Linie Investoren gesorgt, die Nachfrage nach Schmuck eher nicht.

Das zeigen beispielsweise auch die neuen Zahlen des World Gold Council, der am Dienstag seine Statistik zu den börsengehandelten Indexfonds (ETFs) für den Monat Juni veröffentlicht hat. Die Fonds haben 104 Tonnen gekauft. Im ersten Halbjahr waren es 734 Tonnen, womit die Rekordzuflüsse des gesamten Jahres 2009 bereits deutlich übertroffen wurden.

Die Goldnachfrage in Indien und anderen asiatischen Ländern liegt hingegen brach, was ein Resultat der Corona-Pandemie sein dürfte.


Der Handel mit der Wirecard-Aktie verläuft am heutigen Tag vergleichsweise ruhig. Das Papier geht knapp 11,8 Prozent tiefer aus dem Handel und wird bei einem Kurs von 2,77 Euro gehandelt.

Noch am gestrigen Dienstag stieg der Titel zwischenzeitlich um rund 30 Prozent, weil der Insolvenzverwalter Fortschritte bei der Verwertung der Konzernteile sah. Für Teile des weltweit tätigen Unternehmenshätten sich bereits mehr als100 Kaufinteressenten gemeldet.

Die kommenden Tage können aber durchaus turbulenter werden. Denn die Hedgefonds haben ihre Spekulationen auf fallende Kurse beim Online-Zahlungsdienstleister noch nicht beendet.

Laut den offiziellen Daten des Bundesanzeigers beträgt die Leerverkaufsquote aktuell (Stand 7. Juli) 7,96 Prozent aller frei handelbaren Wirecard-Papiere, insgesamt 9,9 Millionen Stücke. Allerdings wird dort nur eine Quote von mindestens 0,5 Prozent veröffentlicht. Zu Hochzeiten lag dieser Wert bei über 15 Prozent,

Noch am Dienstag (7.7) hatte der Hegefonds Samlyn seine Quote auf ein Prozent von zuvor 0,67 Prozent erhöht, also bei Kursen zwischen 3,40 Euro und 2,03 Euro.

Leerverkäufer spekulieren auf fallende Kurse, indem sie Aktien eines Unternehmens beispielsweise bei Investmentfonds leihen und verkaufen. Um diese Aktien nach Ablauf der Frist wieder zurückzugeben, müssen sie sie vorher erneut kaufen – natürlich möglichst zu einem niedrigeren Kurs.

Im Fokus des heutigen Handels steht auch die Traton-Aktie, der Vorstandsumbau setzt die Aktie unter Druck. Das Traton-Papier beendet den Börsentag 2,7 Prozent tiefer und wird bei 17,09 Euro gehandelt.

Denn Volkswagen trennt sich Knall auf Fall von seinem Nutzfahrzeug-Vorstand Andreas Renschler. Auch MAN-Chef Joachim Drees, der unter Renschler im Vorstand der Nutzfahrzeug-Holding Traton sitzt, muss gehen. Beide verlassen den Konzern Mitte kommender Woche.

Analysten bewerten diesen Vorgang keinesfalls als negativ. Matthias Gründler, der den ausscheidenden Vorstandschef Andreas Rentschler ersetzt, sei ein „exzellenter Manager“, um die Volkswagen-LKW-Tochter Traton zu führen, schrieb JP-Morgan-Analyst Jose Asumendi. Seine Einschätzung der Aktie: „Neutral“ mit einem Kursziel von 13 Euro.

Für Himanshu Agarwal von Jefferies komme „der angekündigte Managementwechsel bei der Volkswagen-Lkw-Sparte nicht sonderlich überraschend und sei eher ein Zeichen der Kontinuität für Traton“. Kursziel 22 Euro, gepaart mit einer Kaufempfehlung, lautet seine Einschätzung.


Der Börsengang der  VW-Tochter Ende Juni des vergangenen Jahres war auf keinen Fall eine Erfolgsgeschichte für Anleger. Ausgabepreis und Erstnotiz beim zweitgrößten deutschen IPO des Jahres 2019 lagen damals bei 27 Euro. Doch bereits vor der Talfahrt aufgrund der Corona-Pandemie rutschte das Papier auf 22 Euro ab.

Einzelwerte im Blick

Deutsche Post: Ein Gewinnanstieg gibt der Deutschen Post leichten Auftrieb. Die Aktien des Brief- und Paketzustellers gehen 0,7 Prozent fester aus dem Handel. Das operative Ergebnis habe die Markterwartung um 30 Prozent übertroffen, lobt Analyst David Kerstens von der Investmentbank Jefferies. Er bekräftige daher seine Kaufempfehlung und hebe das Kursziel auf 38 von 36 Euro an.

Lanxess: Ein negativer Analystenkommentar schickt Lanxess auf Talfahrt. Die Aktien des Chemiekonzerns fallen bis zum Handelsschluss um 3,4 Prozent. Die Experten der Bank Goldman Sachs stuften die Titel auf „sell“ von „neutral“ und senkten das Kursziel auf 48 von 50 Euro.

Blick auf andere Assetklassen

Die Gespräche in Brüssel über die Ausgestaltung des europäischen Konjunkturfonds, die am heutigen Mittwoch mit dem Besuch von Kanzlerin Angela Merkel beginnen dürften, zeigten am Anleihemarkt Wirkung. Die Rendite von italienischen Staatsbonds mit einer Laufzeit von zehn Jahren fällt weiter, aktuell liegt sie bei 1,267 Prozent. Griechische zehnjährige Staatsanleihen fallen ebenfalls und liegen bei 1,10 Prozent Rendite,

Am Markt werden Fortschritte bei den Gesprächen erwartet. Investoren in südeuropäische Anleihen hoffen, dass der Fonds über Zuschüsse und nicht als Darlehen vergeben wird. Das dürfte zur wirtschaftlichen Erholung in den südeuropäischen Ländern beitragen und die Befürchtungen zerstreuen, dass sie mit noch mehr Schulden belastet werden könnten.

Was die Charttechnik sagt

Die Marken aus den Vortagen bleiben intakt. Auf der Oberseite liegt mit 12.913 Punkten das Hoch aus dem Monat Juni. Sollte der Leitindex die Marke überwinden, wäre das ein starkes technisches Signal für die Fortsetzung der Rally.

Auf der Unterseite hingegen bieten verschiedene Bereiche Unterstützung. Zum einen die 200-Tage-Linie, die aktuell bei 12.160 Zählern liegt. Diese Durchschnittslinie wird vor allem von langfristig agierenden Investoren beachtet. Solange der Dax oberhalb dieser Linie notiert, wird das positiv für die weitere Entwicklung gewertet. Auch die mittelfristig bedeutsame 38-Tage-Linie erreicht in Kürze die 12.000er-Marke und dürfte ebenfalls Unterstützung bieten.

Zum anderen liegt bei 11.957 Zählern der Tiefpunkt des Monats Juni. Sollte das deutsche Börsenbarometer darunterfallen, wäre das ein Warnsignal, dass die Rally seit Mitte März 2020 beendet sein könnte.

Für die technischen Analysten der Bank HSBC ist zusätzlich eine Aufwärtstrendline wichtig, die ausgehend vom Crash-Tiefpunkt Mitte März (8255 Punkte) die weiteren Verlauftiefs der Rally verbindet. Die Linie verläuft derzeit leicht oberhalb der 12.400er-Marke. „Solange dieser Trend intakt bleibt, ist der Angriff auf das Vier-Monats-Hoch bei 12.913 Punkten eine realistische Option“, meinen die HSBC-Charttechniker.

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Dax aktuell: Dax schließt mehr als ein Prozent im Plus – Wirecard-Aktie zeitweise mit historischen Kursanstieg

Dax-Kurve

Der Dax beendet den Börsentag mehr als ein Prozent im Plus.



(Foto: dpa)

Düsseldorf Der deutsche Leitindex geht 1,2 Prozent fester aus dem Handel und beendet den Börsentag bei 12.232 Punkten. Im Tagesverlauf pendelte der Dax zunächst zwischen Gewinn- und Verlustzone, legte dann am späten Nachmittag stark zu.

Nachrichten, dass in Deutschland Infektionszahlen rückläufig sind, haben Anlegern Mut gemacht. Nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Montagmorgen wurden in den zurückliegenden 24 Stunden in Deutschland 235 Neuinfektionen registriert.

Das ist der niedrigste Wert seit 13 Tagen. Die Zahl liegt weiter deutlich unter den Höchstwerten Ende März, als an manchen Tagen knapp 7.000 Fälle gemeldet wurden. Erstmals seit einer Woche wurden binnen eines Tages keine Corona-Todesfälle gemeldet.

In den USA steigen jedoch die Infektionszahlen weiter und bremsen die Hoffnung auf eine V-förmige Erholung der Konjunktur aus. „Und wenn das V in weite Ferne rückt, sind die Aktienkurse zu weit gelaufen“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

„Das Tempo der Coronavirus-Ausbreitung in den USA ruft vielen die Tatsache in Erinnerung, dass die Pandemie noch lange nicht ausgestanden ist“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. In Kalifornien mussten in mehreren Landkreisen die Bars wieder schließen. Den Infektionszahlen zum Trotz öffnet der Dow Jones am Montag im Plus.

Die unterschiedlichen Verläufe der Corona-Pandemie spiegeln sich auch in den Einschätzungen des Vermögensverwalters Black Rock wieder. Die Anlagestrategen stuften Anteilsscheine aus Europa auf „übergewichten“ hoch, wie das Black Rock Investment Institute am Montag mitteilte.

Europas Wirtschaft werde nach dem Auslaufen von Corona-Beschränkungen wieder in Gang kommen, was zu einer zyklischen Aufwärtsbewegung führen werde, heißt es zur Begründung im Halbjahres-Ausblick von BlackRock. Hintergrund der Entwicklung seien entschlossene Maßnahmen der öffentlichen Gesundheitssysteme und eine stärkende Geldpolitik.

Aktien aus den USA stufte der Vermögensverwalter dagegen auf „neutral“ herunter. In den Vereinigten Staaten sei ein längerer Verlauf der Epidemie zu befürchten, erklärte BlackRock dazu. Gleichzeitig drohe die Wirksamkeit von Konjunkturmaßnahmen zu schwinden. Zudem zeigten sich neue Spannungen zwischen den USA und China.


Optimistische Konjunkturdaten

Den Corona-Sorgen in Deutschland stehen zudem zunehmend optimistischere Konjunkturdaten gegenüber. Das Barometer für das Geschäftsklima kletterte im Juni um 8,2 auf 75,7 Punkte, wie die EU-Kommission am Montag bekanntgab. Die Erholung verstärke sich.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten allerdings einen stärken Anstieg auf 80 Zähler erwartet. Optimistisch zeigten sich die Industrie-Manager und die Verbraucher. Aber auch bei den Dienstleistern, am Bau und vor allem im Handel hellte sich die Stimmung auf.

Andere Stimmungsindikatoren hatten zuvor schon eine Belebung der wirtschaftlichen Aktivitäten auf niedrigem Niveau signalisiert. So ist der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juni von 79,7 auf 86,2 Punkte gestiegen.

Einen stärkeren Anstieg des Indikators hat es noch nie gegeben. Die monatlich befragten Unternehmenschefs sähen mit großer Mehrheit „Licht am Ende des Tunnels“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Noch liegt der Index aber unter 100 Punkten, erst ab diesem Wert schätzen die Unternehmenschefs die Geschäftslage positiv ein.

Am Montagnachmittag stimmten Bundestag und Bundesrat in Sondersitzungen der Mehrwertsteuersenkung ab dem 1. Juli zu. Die große Koalition erhofft sich davon Impulse für die wegen der Pandemie brachliegende Wirtschaft. Es gebe damit wieder die Chance auf Wachstum im zweiten Halbjahr, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in Berlin.

Kritiker sind aber skeptisch, ob die Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 Prozent und im ermäßigten Satz von sieben auf fünf Prozent auch beim Verbraucher ankommen wird.

Teil des Corona-Steuerhilfegesetzes ist auch eine Bonuszahlung an Familien von 300 Euro je Kind. Unternehmen können zudem Verluste künftig besser mit Gewinnen aus der Vergangenheit verrechnen. Investitionen sollen mit besseren Abschreibungsmöglichkeiten angeregt werden. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag lobte die zügige Umsetzung. „Solche Impulse brauchen unsere Unternehmen jetzt dringend“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer.

Der Dax notiert derzeit mehr als 40 Prozent über seinen Tiefs vom März. Dank der billionenschweren Konjunkturprogramme von Notenbanken und Regierungen sei ein erneuter Ausverkauf aber nicht zu erwarten, sagten Börsianer.

Wirecard im Fokus

Einen historischen Kursanstieg konnte das taumelnde Dax-Mitglied Wirecard zum Wochenstart verbuchen. Die Aktien legten zeitweise um über 316 Prozent zu Rekord in der gut 30-jährigen Geschichte des deutschen Leitindexes. Bisheriger Spitzenreiter war die Volkswagen-Aktie, die im Zusammenhang mit der gescheiterten Übernahme durch Porsche am 27. Oktober 2008 um etwa 201 Prozent gestiegen war.

Am frühen Vormittag gab die Aktie aber wieder etwas nach, 154 Prozent Gewinn konnte sie aber halten und steht zum Börsenschluss bei 3,20 Euro. Für den Anstieg haben wohl vor allem Gerüchte über Kaufinteressenten geführt. Zu den Interessenten gehört nach Informationen des Handelsblatts unter anderem der französische Zahlungsabwickler Worldline.


Wie ernsthaft die Kaufinteressen sind, bleibt aber abzuwarten. Weiterhin ist beim Wirecard-Kurs ein Abrutschen bis in den Pennystock-Bereich möglich. Die Bank of America hat ihr Kursziel auf einen Euro gesenkt, und Vermögensverwalter Markus Schön hat nach der Insolvenzankündigung einen Liquidierungswert von 65 Millionen Euro errechnet, dies entspricht einem Aktienkurs von 55 Cent.

Auch die Leerverkäufer haben ihre Wetten längst noch nicht aufgegeben. Leerverkäufer spekulieren auf fallende Kurse, indem sie Aktien eines Unternehmens beispielsweise bei Investmentfonds leihen und verkaufen. Um diese Aktien nach Ablauf der Frist wieder zurückzugeben, müssen sie sie vorher wieder kaufen – natürlich möglichst zu einem niedrigeren Kurs.

Leerverkäufer hatten die rapiden Kursstürze teilweise für Rückkäufe genutzt, ihre Wetten allerdings längst nicht aufgelöst. Einige Hedgefonds hatten am vergangenen Donnerstag sogar ihre Leerverkaufsquoten erhöht. Die Leerverkaufsquote lag zum Schluss der vergangenen Woche noch bei 11,36 Prozent. Fast 15 Millionen Papiere müssen also noch zurückgekauft werden.

Blick auf andere Assetklassen:

Das Kräftemessen der guten Konjunkturdaten und der Sorgen um die weiteren Verlauf der Coronavirus-Pandemie spiegelt sich auch an den Rohstoffmärkten wider. Die Ölpreise konnten von den ermutigenden Konjunkturdaten aus China und der Euro-Zone profitieren.

Die Sorte Brent aus der Nordsee und die US-Sorte WTI verteuerten sich um 0,7 bzw. 1,3 Prozent auf 41,31 und 39,00 Dollar je Barrel. Drohende Rückschläge für die Erholung der Wirtschaft wegen der wieder aufflammenden Coronavirus-Pandemie dämpften die Kauflaune allerdings, sagt Analyst Stephen Brennock vom Brokerhaus PVM Oil Associates.

Blick auf Einzelwerte:

RWE: Größter Verlierer zum Tagesstart ist RWE, die Aktien gingen 2,4 Prozent tiefer aus dem Handel. Zuvor hatte die französische Vermögensverwaltungsgesellschaft Amundi den Fahrplan des Konzerns zum Kohleausstieg kritisiert.

Ströer: Die Papiere des Anbieters von Außenwerbung fielen bis zum Börsenschluss um vier Prozent, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Ströer-Aktien wegen ihrer zuletzt überdurchschnittlichen Kursentwicklung von „Buy“ auf „Neutral“ abgestuft hat.

Ado Properties: Der deutsche Wohnimmobilienkonzern will den Berliner Konkurrenten Consus Real Estate komplett übernehmen. Nach eigenen Angaben hat Ado bereits Zusagen der Aktionäre, um auf einen Anteil von insgesamt mehr als 80 Prozent zu kommen. Die Ado-Aktien büßten bis zum Börsenschluss 0,7 Prozent ein.

Hornbach: Ein Rekord-Quartalsergebnis beflügelt die Aktien von Hornbach. Die Papiere der Holding und der Baumarkt-Tochter gingen 6,3 Prozent bzw. 3,9 Prozent im Plus aus dem Handel. Damit sind sie jeweils so teuer wie zuletzt vor mehr als zwei Jahren. Baumärkte hatten in der Zeit des Corona-Lockdowns von einer starken Nachfrage profitiert.

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Dax aktuell: Dax auf Erholungskurs – Fünf Gründe, warum es keinen erneuten Crash geben dürfte

Dax-Kurve

Blick auf die Dax-Kurve im Frankfurter Handelssaal.



(Foto: dpa)

Düsseldorf Aufatmen am deutschen Aktienmarkt: Nach dem deutlichen Kursrutsch zum Wochenauftakt steigt der Dax im Nachmittagshandel um zwei Prozent Prozent auf 10.674 Punkte, das Tageshoch liegt sogar bei 10.713 Punkten. Den gestrigen Montag beendete der Dax mit einem Minus von 3,6 Prozent und einem Schlussstand von 10.466 Zählern. Alle 30 Werte mussten Verluste hinnehmen.

Die bange Frage nach dem Handel am Montag lautete natürlich: Fällt der Dax wieder Richtung 8255 Punkte, des bisherigen Tiefstands des Börsencrashs seit Ende Februar?

Mittlerweile sprechen viele Gründe dagegen, dass es an den Aktienmärkten einen neuen Crash geben wird.

1. Die Börsenstimmung signalisiert eher Einstiegs- als Verkaufskurse

„Diesmal dürften Investoren viel früher Aktien kaufen, um sich für die Zeit nach Corona zu positionieren“, meint Stephan Heibel nach Auswertung der aktuellen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment. Auch Joachim Goldberg, der eine Umfrage der Börse Frankfurt unter institutionellen Investoren auswertet, kommt zu einem ähnlichen Schluss. Für ihn ist der Dax gut abgesichert, so sein Fazit vom vergangenen Mittwochabend. Seiner Erkenntnis nach haben vor allem ausländische Investoren für die deutlichen Kurssteigerungen der vergangenen Woche gesorgt. Heimische Investoren waren gar nicht dabei und warten nun auf eine Einstiegsmöglichkeit.

2. Die Lage an den US-Märkten bessert sich

Ein wichtiger Indikator für die US-Aktienmärkte, der Angst-und-Gier-Index, hat sich aus einer „extremen Angst“ in den neutralen Bereich hervorgearbeitet. Berechnet wird dieser Index von CNN anhand technischer Marktdaten und hat sich in der Vergangenheit oft als treffsicher erwiesen.

Diese Entwicklung deutet auf eine allmähliche Bodenbildung hin. Nach Meinung von Robert Halver, Leiter Kapitalmarktstrategie der Baader Bank, spricht diese Veränderung gegen ein erneutes Abtauchen der Aktienmärkte, insbesondere auf neue Tiefs.

3. Privatanleger sind vorbereitet

Die Privatanleger hierzulande haben sich auf einen Crash an den Aktienmärkten vorbereitet, ablesbar am Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart. Dieser Indikator wird anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet. Ein aktueller Wert von mehr als minus zwölf zeigt an: Es sind deutlich mehr Put-Hebelprodukte, die bei fallenden Kursen im Wert steigen, als Call-Scheine, mit denen Investoren auf steigende Kurse spekulieren, in den Depots der Privatanleger.

Das Euwax-Sentiment ist ein klassischer Kontraindikator: Sollten die Kurse nun fallen, brauchen viele Privatanleger ihre Aktien nicht mehr zu verkaufen, sondern streichen die Gewinne mit ihren Absicherungspositionen in Formen von Put-Produkten ein. Zudem wird dadurch der Dax stabilisiert. Denn ähnlich wie bei einem Leerverkauf muss die Bank als Handelspartner den Dax kaufen, wenn der Privatanleger ein Put-Produkt verkauft.


4. Profianleger warten mit viel Geld auf den Neueinstieg

Institutionelle Investoren halten sich derzeit zurück, verfügen aber über ausreichend Cash. Der passende Indikator dazu, das Put/Call-Verhältnis der Terminbörse Eurex, notiert im neutralen Bereich. In den Wochen zuvor hatten die Profis – im Gegensatz zu den Privatanlegern – auf steigende Kurse spekuliert und haben nun die Gewinne eingestrichen. Zusammen mit den Daten der ausführlichen Sentimentumfrage Animusx ergibt sich folgendes Bild: Institutionelle Investoren haben eine geringere Investitionsquote und warten nur auf neue Einstiegsmöglichkeiten.

5. Technische Indikatoren signalisieren eine Erholung

Man kann von Charttechnik halten, was man will. Doch in solchen turbulenten Zeiten, in denen fundamentale Werte offenbar nicht mehr viel zählen, bietet sie dennoch Anhaltspunkte. So ist beispielsweise der sogenannte MACD auf einen historischen Tiefstand gefallen. Dieser trendfolgende Indikator berechnet sich aus der Differenz zweier gleitender Durchschnitte. Nach Ansicht der technischen Analysten der Düsseldorfer Bank HSBC signalisiert solch ein MACD-Rekordtief, dass der Dax sein Tief des Monats bei 8.256 Punkten nicht mehr erreichen dürfte.

Kein erneuter Crash bedeutet nicht, dass der Dax wieder sofort in den Rally-Modus schaltet. Möglicherweise müssen sich Anleger auf eine längere, schmerzvollere Bodenbildung mit deutlichen Kursschwankungen einstellen. Aber auch die extremen Maßnahmen der Notenbanken dürften einen erneuten Crash verhindern.

Blick auf Einzelwerte

Infineon: Deutschlands größter Chiphersteller zeigt sich erstaunlich krisenfest. Im laufenden Geschäftsjahr, das am 30. September endet, werde der Umsatz organisch um rund fünf Prozent zurückgehen, teilte Infineon am späten Montagabend mit. Damit verfehlt Vorstandschef Reinhard Ploss zwar seine Prognose aus dem vergangenen Herbst deutlich. Angesichts der weltweiten Wirtschaftsflaute schlägt sich der Dax-Konzern dennoch wacker. Der Aktie beschert das ein Plus von 4,9 Prozent.

Beiersdorf: Der Konsumgüterhersteller hat ein schwieriges erstes Quartal hinter sich. Dennoch will der Konzern an seinen Investitionen festhalten. Beiersdorf will aber keine Prognose abgeben, weil die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise derzeit nicht hinreichend abzuschätzen seien. Die Aktie führt die Dax-Verliererliste mit einem Minus von 3,5 Prozent an.

Vonovia: Die Coronakrise geht fast spurlos an dem Unternehmen vorbei. Der größte deutsche Wohnungskonzern baute den Gewinn im ersten Quartal deutlich aus und bestätigte die Prognosen für 2020. Eine Übernahme des Rivalen Deutsche Wohnen, über die zuletzt wieder spekuliert wurde, steht derzeit aber offenbar nicht zur Debatte. An der Börse legten die Vonovia-Titel um knapp sechs Prozent zu.

Hypoport: Der vom Immobilienboom profitierende Finanzdienstleister hat nach ersten Berechnungen zum Jahresauftakt einen Wachstumssprung verbucht, was die Aktie um 2,2 Prozent steigen lässt. Die Erlöse wie auch das operative Ergebnis (Ebit) schnellten um jeweils rund 30 Prozent auf 100 Millionen beziehungsweise auf über zehn Millionen Euro. Die endgültigen Zahlen sollen am 11. Mai veröffentlicht werden.

Hellofresh: Der Kochbox-Anbieter setzt sich nach einem Umsatz- und Gewinnsprung zum Jahresstart höhere Ziele. Die Covid-19-Pandemie habe in der zweiten Märzhälfte zu einer weiteren Beschleunigung des Wachstums geführt. In den ersten drei Monaten kletterten die Erlöse um 66,4 Prozent auf fast 700 Millionen Euro. Im Gesamtjahr soll der Umsatz um 40 bis 55 Prozent steigen statt um 22 bis 27 Prozent. Die Aktie zählt mit einem Plus von 7,4 Prozent zu den großen Gewinner im MDax.

Blick auf andere Assetklassen

Die Ölpreise haben am Dienstag deutlich zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent lag zuletzt bei 29,95 US-Dollar, rund zehn Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI legte 23,44 Dollar zu, ein Plus von knapp 15 Prozent.

Händler verwiesen auf Berichte, laut denen die Rohölschwemme an den Märkten abebben könnte. Offenbar mache sich die verringerte Ölförderung bemerkbar. So sind laut einem Bericht des Datenunternehmens Genscape die Lagerbestände am Umschlagplatz für WTI in Cushing zuletzt so wenig gestiegen wie seit Mitte März nicht mehr.


Nichtsdestotrotz blieben die weltweiten Lagerkapazitäten zuletzt knapp. In Indien erreichten die Rohöl-Lager an Land ihre Kapazitätsgrenze. Laut dem Ölminister des Landes sind sogar die Tanks für die strategische Reserve voll.

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zum Anleihenkaufprogramm der EZB lässt die Renditen am Anleihenmarkt steigen, zumindest die der südeuropäischen. Bei italienischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren beträgt dieser Wert zwischenzeitlich 1,95 Prozent, ein Plus von 18 Basispunkten. Der Risikoaufschlag italienischer Papiere weitete sich auf 236 Basispunkte aus.
Der Aufkauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) verstößt nach Ansicht der Karlsruher Richter teilweise gegen das Grundgesetz, weil Bundesregierung und Bundestag die EZB-Beschlüsse nicht geprüft haben.

Die türkische Lira setzt ihre Talfahrt ungebremst fort. Ein Dollar kostet mit 7,0969 Lira 0,7 Prozent mehr und so viel wie seit August 2018 nicht mehr. Er ist damit nur noch knapp von dem Rekordhoch bei 7,23 Lira entfernt. „Wir warnen schon länger davor, dass eine plötzliche Lira-Abwertung jederzeit möglich ist, auch ohne besondere fundamentale Gründe“, sagt Tatha Ghose, Analyst bei der Commerzbank. Bei der derzeitigen Abwertungsgeschwindigkeit steige die Gefahr, dass eine Währungsspirale entstehe und Devisenverbindlichkeiten unter Druck gerieten.

Was die Charttechnik sagt

Der Dax gönnte sich lediglich ein kurzes Gastspiel oberhalb der Marke von 11.000 Punkten. Er konnte zwar seinen wichtigen Widerstand bei 11.025 Zählern überwinden, ist aber mittlerweile wieder deutlich daruntergefallen. Bei 11.025 Punkten liegt die 50-Prozent-Korrektur der Baisse seit Februar. Denn diese Marke entspricht der Mitte der Abwärtsbewegung von 13.795 auf 8255 Zähler.

Laut Charttechnik bietet nun der Bereich um 10.300 Punkte eine wichtige Unterstützung. Dort liegt unter anderem mit 10.279 Zählern das Tief vom Dezember 2018, der Ausgangspunkt für die Rally bis Februar 2020.

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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: US-Börsen schließen drehen im späten Handel ins Plus

Die New Yorker Börse an der Wall Street

In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange.



(Foto: dpa)

New York Der zunehmende Streit zwischen den USA und China über die Herkunft des neuartigen Coronavirus schlug Anlegern an der Wall Street zunächst auf die Stimmung. Gleichzeitig drängt US-Präsident Donald Trump auf eine Öffnung der US-Wirtschaft. Der Dow drehte erst in der letzten halben Stunde des Handels ins Plus.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent fester bei 23.749 Punkten fast auf Tageshoch, nachdem er weite Teile des Handels im Minus gelegen und zwischenzeitlich rund 400 Stellen tiefer notiert hatte. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,3 Prozent auf 2839 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq um 1,2 Prozent auf 8710 Punkte. Weiter steigende Ölpreise hätten für Optimismus mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung gesorgt, sagten Händler. Im späten Handel hievten auch Kursgewinne großer Tech-Unternehmen die Indizes ins Plus. Apple, Amazon und Facebook gewannen mehr als ein Prozent, Microsoft rund zwei Prozent.

Unter Druck gerieten Aktien von Fluggesellschaften wie Delta, American, Southwest und United mit Abschlägen von bis zu 14,5 Prozent. Im späten Handel reduzierten sich die Abschläge aber. US-Börsenstar Warren Buffett hatte bei der Hauptversammlung seines Konzerns Berkshire Hathaway am Samstag mitgeteilt, dass er sich im April von allen Airline-Beteiligungen getrennt habe.

2016 hatte der Berkshire-Chef damit begonnen, große Aktienpakete von Amerikas vier großen Fluggesellschaften zu kaufen, im Wert von insgesamt sieben bis acht Milliarden Dollar. Delta und Southwest zählten Ende 2019 noch zu seinen zehn größten Beteiligungen. Per Ende 2019 hielt Berkshire elf Prozent an Delta Air Lines, zehn Prozent an American Airlines, neun Prozent an United Airlines und rund zehn Prozent an Southwest Airlines.

Doch in der Coronakrise „hat sich die Welt für Airlines geändert“, stellte Buffett klar. Niemand könne genau vorhersagen, wie stark der Flugverkehr nach der Coronakrise wieder ansteigen werde. Deshalb wollte Buffett lieber möglichst schnell aussteigen – auch wenn er die Aktienpakete mit ein bis zwei Milliarden Dollar Verlust verkauft habe. Das zog die Aktien der US-Fluggesellschaften am Montag ins Minus.

Dass Buffett während der Kurseinbrüche im März überdies kaum andere Aktien dazu gekauft hat, „lässt darauf schließen, dass er glaubt, es wird noch weiter abwärts gehen“, sagt Analyst und Berkshire-Aktionäre Whitney Tilson von Empire Research.

Buffett, der in diesem Jahr 90 wird, hat schon viele Krisen mitgemacht. Sein Verhalten gilt als wichtiges Signal an die Anleger. Seine Gesellschaft Berkshire fuhr einen Rekordverlust von fast 50 Milliarden Dollar ein.

Um rund acht Prozent abwärts ging es für die Aktien der Fleischkonzerns Tyson Foods. Das Unternehmen kündigte an, vorübergehend Schlachthäuser zu schließen, falls dies nötig werde. Weil im Kampf gegen die Pandemie Restaurants geschlossen sind, dürfte die Fleischnachfrage in der zweiten Jahreshälfte zurückgehen.


Online-Spieleanbieter legen zu

Zu den Gewinnern gehörten indes die Online-Spieleanbieter Activision Blizzard und Electronic Arts, deren Aktien jeweils etwa drei Prozent zulegten. Analysten der Credit Suisse hatten die Kursziele für beide Firmen zuvor hochgesetzt. Die Virus-Krise sollte nicht nur dazu führen, dass Kunden mehr Spiele herunterladen, sondern auch mehr Geld für In-Game-Zukäufe ausgeben würden, hieß es.

In der laufenden Berichtssaison haben bislang etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen aus dem S&P 500 Zahlen vorgelegt. Analysten gehen auf dieser Basis davon aus, dass die Gewinne dieser Firmen im ersten Quartal im Schnitt wohl um 12,5 Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums liegen werden. Für das zweite Quartal gehen sie von einem Einbruch von 39 Prozent aus.

Die Ölpreise lagen am Abend deutlich im Plus. Ein Barrel (159 Liter) leichtes US-Öl kostet mit 21,31 Dollar – ein Anstieg um mehr als sieben Prozent, Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um mehr als fünf Prozent auf 27,95 Dollar.

Mehr: Was am Montag an der Frankfurter Börse passierte, erfahren Sie hier.

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Dax-Ausblick: Anlageexperten rechnen mit weiteren Rückschlägen an den Märkten

Frankfurt Die Kursrally an den Aktienmärkten erschien in der vergangenen Woche beinahe schon surreal. Auf der einen Seite erwarten Ökonomen die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, Unternehmen in Deutschland haben für ein Drittel ihrer Mitarbeiter potenzielle Kurzarbeit angemeldet und ihre Gewinnprognosen für das laufende Jahr massiv gekappt. Auf der anderen Seite kletterten etliche Leitindizes in Europa und Nordamerika auf Wochensicht um rund fünf Prozent nach oben.

Eine Erklärung für das Phänomen: Bei den Anlegern regiert das Prinzip Hoffnung – angetrieben von einer sinkenden Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus, gelockerten Ausgangsbeschränkungen, umfangreichen Staatshilfen und neuen Anleihekaufprogrammen der Notenbanken. Doch eine nachhaltige Erholung der Aktienkurse ist nach Ansicht von Experten noch nicht absehbar.

So rechnet etwa Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp für die kommenden Monate weiterhin mit einem Dax-Seitwärtstrend, „größtenteils zwischen 8.500 und 11.000 Punkten“. „Für einen nachhaltigen Anstieg über 11.000 sind die Dax-Gewinnperspektiven zu schwach, für einen nachhaltigen Dax-Absturz unter 8.500 die Geld- und Finanzpolitik zu expansiv“, sagt Hürkamp.

In der wegen des Mai-Feiertags verkürzten Börsenwoche hat der deutsche Leitindex Dax insgesamt mehr als sechs Prozent zugelegt. Am Donnerstag ging er jedoch mit einem Minus von 2,2 Prozent bei 10.861 Punkten aus dem Handel. In den USA wurde auch am Freitag regulär gehandelt. Der Dow Jones verbuchte ein Minus von 2,6 Prozent und schloss bei 23.723 Punkten.

„Auf die Party an der Börse mit teils schon ausgelassener Stimmung folgte die Katerstimmung“, kommentierte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst des Brokers CMC Markets, die Entwicklung des Dax. Als Ursache für den Kurverlust am Donnerstag machte er Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) verantwortlich. Diese befürchtet im Extremfall einen Einbruch der Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone um bis zu zwölf Prozent in diesem Jahr.

Hinzu kam aus den USA die Meldung, dass weitere 3,8 Millionen Amerikaner in der vergangenen Woche ihren Job verloren haben. „Solche Zahlen rufen immer wieder in Erinnerung, dass die Musik an der Börse nicht schon wieder zu laut aufgedreht werden sollte“, so Stanzl. „Denn keiner kann ein Ende der Krise realistisch voraussagen und damit kann auch keiner die tatsächlichen wirtschaftlichen Schäden beziffern.“

Viele potenzielle Auslöser für volatile Märkte

Auch das Research-Team der DZ-Bank mahnt zur Vorsicht: „Der Katalog möglicher Belastungen für Investoren bleibt in den kommenden Quartalen gut gefüllt. Es sind jederzeit niedrigere Kurse als heute möglich“, sagt Analyst Christian Kahler. Der weitere Kursverlauf und die Bandbreite der Preisschwankungen würden stark vom Verlauf der Pandemie abhängen.

Als mögliche Auslöser für eine weiter hohe Volatilität – also starke Schwankungen der Aktienkurse – nennt er „Kosteneinsparungen der Unternehmen, Entlassungen, Insolvenzen, Liquiditätsengpässe, Investitionskürzungen, Verwerfungen bei Fonds, erhöhte Kreditausfälle, Kürzungen von Dividenden und Aktienrückkäufen, enttäuschende Rettungsprogramme, negative Vermögenseffekte und die Angst vor einer Rückkehr der Pandemie“.


Zudem könnten nach Ansicht von Kahler in diesem Jahr die Unternehmensgewinne im Dax um 50 bis 80 Prozent einbrechen, „mehr als in früheren Rezessionen, als die Gewinne im Durchschnitt um 35 Prozent fielen“. Trotz der Unsicherheiten bleibt er bei der Prognose: „Wer während der kommenden Quartale Aktien kauft, sollte langfristig sehr gute Anlageergebnisse einfahren.“ Mittelfristig werde sich in der Wirtschaft und an den Märkten wieder eine grundsätzliche Ordnung einstellen, dann werden Aktien deutlich optimistischer bewertet.

Einen Lichtblick erwartet Commerzbank-Analystin Barbara Lambrecht in der kommenden Woche für die Ölpreise. Sie sollten sich ihrer Ansicht nach leicht erholen. „Weitere Lockerungen der Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus dürften die Nachfrageperspektiven etwas aufhellen“, sagte sie. Zudem werde wohl die Produktion gekürzt. Die Ölpreise waren zuletzt massiv eingebrochen. Die US-Sorte Brent hatte kurzfristig sogar unter Null Dollar je Barrel notiert.

So geht es in der kommenden Woche weiter:

Montag: Zu Beginn der Woche wird der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in der Euro-Zone vorgelegt. Zudem veröffentlichen etliche Unternehmen ihre Zahlen für das erste Quartal, darunter der Stahl- und Metallhändler Klöckner & Co, der Nutzfahrzeughersteller Traton und der italienische Autobauer Ferrari.

Dienstag: In den USA wird der Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen veröffentlicht. Zudem gewähren etliche Unternehmen einen Blick in ihre Zahlen, unter anderem der Personaldienstleister Adecco, der Lieferdienst HelloFresh, die Bank BNP Paribas, der Versicherungskonzern Axa und der Immobilienkonzern Vonovia.

Mittwoch: Bei den Konjunkturdaten steht am Mittwoch die Veröffentlichung des Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen in der Euro-Zone an. Zahlen zum ersten Quartal werden vom Flughafenbetreiber Fraport, dem Chemiekonzern Lanxess, den Autobauern BMW und General Motors sowie und den Finanzinstituten Societe Generale und Credit Agricole erwartet. Die Börse in Japan bleibt wegen eines Feiertags geschlossen.

Donnerstag: Für Deutschland und Frankreich werden am Donnerstag Zahlen zur Industrieproduktion veröffentlicht. Analysten der Commerzbank rechnen dabei mit einem Rückgang um zehn Prozent. In London steht der Zinsentscheid der Bank of England an, besonders interessante dürfte dabei die Wachstumsprognose sein. Nach Ansicht von Commerzbank-Analysten könnte sie wegen der Unsicherheiten aber auch auf die Prognose verzichten und lediglich eine Reihe von Szenarien für die wirtschaftliche Entwicklung vorstellen. Aus den USA werden Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung erwartet. Quartalszahlen kommen unter anderem vom Chemiekonzern Evonik, dem Baustoffkonzern HeidelbergCement sowie den Versicherern Talanx und Munich Re.

Freitag: Mit Spannung werden am Freitag Daten zu den Exporten aus Deutschland erwartet. In den USA wird die neue Arbeitslosenquote veröffentlicht. Neben der Bankengruppe ING Group legen etwa der Autozulieferer Rheinmetall und der IT-Dienstleister Bechtle Zahlen zum ersten Quartal vor.

Mehr: Rendite in Corona-Zeiten: Mit welchen Investitionen man jetzt noch Geld verdient

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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: US-Börsen legen zu – Nasdaq profitiert von Quartalszahlen

New York Stock Exchange

In der berühmten Wall Street befindet sich die New Yorker Börse.


(Foto: AFP)

Düsseldorf In der Hoffnung auf ein rasches Ende der Coronavirus-Krise sind Anleger am Mittwoch in den US-Aktienmarkt eingestiegen. Zusätzlichen Schub erhielten die Leitindizes von positiv aufgenommenen Firmenbilanzen.

Der Standardwerteindex Dow Jones schloss 2,2 Prozent höher auf 24.633 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 3,6 Prozent auf 8914 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 legte 2,7 Prozent auf 2939 Punkte zu.

Am Dienstag machten enttäuschende US-Konjunkturdaten der Wall-Street-Rally ein vorläufiges Ende. Aufbauende Unternehmensbilanzen verhinderten allerdings noch deutlichere Kursverluste. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss 0,1 Prozent tiefer auf 24.101 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 1,4 Prozent auf 8607 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,5 Prozent auf 2863 Punkte ein.

Durch die wirtschaftlichen Einschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie gab die Wirtschaftsleistung der USA von Januar bis einschließlich März, hochgerechnet auf das Gesamtjahr, im Vergleich zum Vorquartal um 4,8 Prozent nach. Dies erklärte das Handelsministerium am Mittwoch.

Im vorherigen Quartal, also Ende Dezember 2019, schaffte die weltweit größte Volkswirtschaft noch ein solides Wachstum von 2,1 Prozent. Experten befürchten, dass den USA der stärkste Wachstumseinbruch seit der Weltwirtschaftskrise vor fast 100 Jahren droht.

Der US-Biotechkonzern Gilead verhalf den US-Börsen hingegen zu Auftrieb. Das mit großen Hoffnungen verbundene Mittel Remdesivir des Unternehmens hat die Symptome von COVID-19-Patienten bei einem frühzeitigen Einsatz verbessert. In der Studie wurden 62 Prozent der früh behandelten Patienten aus dem Krankenhaus entlassen, verglichen mit 49 Prozent der Patienten, die erst spät behandelt wurden, wie Gilead mitteilte. Die Wirkung und Sicherheit der Arznei wurde bei 397 Patienten getestet.

Dem Seuchenexperten der US-Regierung zufolge dürfte Remdesivir sogar zur Standardtherapie gegen Covid-19 werden. Der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, nannte erste Ergebnisse einer Regierungsstudie „wirklich sehr wichtig“. Remdesivir habe einen „eindeutigen, signifikanten, positiven Effekt“ bei der Genesungszeit gezeigt. Gilead-Aktien stiegen um knapp sechs Prozent in die Höhe.

Gute Nachrichten gibt es auch seitens weiterer US-Firmen. Nach dem Google-Mutterkonzern Alphabet legen am heutigen Mittwoch zwei weitere Unternehmen der „Big Five“ des Technologiesektors ihre Zahlen aus dem ersten Quartal offen: Facebook und Microsoft. Beide Aktien legten kräftig zu.


Schon am Dienstag konnte Alphabet trotz Einbußen im Werbegeschäft die Investoren mit Gewinn- und Umsatzsteigerungen überzeugen. Die Aktie schoss 8,2 Prozent auf 1335 Dollar in die Höhe.

Die US-Notenbank Federal Reserve will gegen eine von der Coronakrise ausgelöste Rezession alles in ihrer Macht stehende in die Waagschale werfen. Die Währungshüter beließen den Leitzins am Mittwoch in der Spanne von null bis 0,25 Prozent und gelobten zugleich, die gesamte Bandbreite der Instrumente zur Stützung der Wirtschaft zu nutzen. Die Notenbank werde sie „kraftvoll, vorausschauend und aggressiv“ einsetzen, sagte Fed-Chef Jerome Powell in einer Videokonferenz nach dem Zinsbeschluss. Der Konjunktur stehe im Frühjahr ein „beispielloser“ Einbruch ins Haus, nachdem die Wirtschaft schon zu Jahresbeginn geschrumpft war.

Blick auf die Einzelwerte

Boeing streicht angesichts des dramatischen Einbruchs der Flugzeug-Nachfrage in der Coronakrise etwa jede zehnte seiner 160.000 Stellen. Der US-Flugzeugbauer aus Seattle drosselt die Produktion seines lukrativen Langstreckenflugzeugs Boeing 787 um die Hälfte, wie er am Mittwoch mitteilte. Auch die Produktion der Boeing 737 MAX, die nach zwei tödlichen Abstürzen am Boden bleiben musste, soll nur langsam wieder anlaufen. Boeing-Chef Dave Calhoun schrieb in einem Brief an die Mitarbeiter, in der Verkehrsflugzeug-Sparte müssten sogar rund 15 Prozent der Belegschaft gehen. Kündigungen schloss er dabei nicht aus. Die Papiere stiegen fast sechs Prozent.

Starbucks rechnet wegen der Coronakrise das zweite Quartal in Folge mit erheblichen Einbußen. Die Kaffeehauskette muss infolge von Filialschließungen und Betriebsbeschränkungen in China einen Verlust zwischen 25 und 35 Prozent einstecken, teilte Starbucks mit. In der Volksrepublik, dem größten Wachstumsmarkt des US-Konzerns, blieben die Geschäfte den größten Teil des zweiten Quartals geschlossen, während Restaurants in den Vereinigten Staaten im März zu einem Mitnehm- und Lieferservice-Modell übergingen.

Die Kaffeekette mit Sitz in Seattle verzeichnete für das zweite Quartal, das am 29. März endete, einen Rückgang der weltweit vergleichbaren Ladenverkäufe um zehn Prozent. Analysten hatten nach IBES-Daten von Refinitiv mit einem Rückgang um 9,71 Prozent gerechnet. Ohne Einmalposten verdiente das Unternehmen 32 Cent je Aktie, was den Erwartungen der Wall Street entsprach. Die Aktien des Unternehmens fielen um 2,3 Prozent.

Aktien von Mastercard legten um 7,2 Prozent zu, nachdem der Kreditkartenanbieter beim Umsatz positiv überrascht hatte. Aktien der Kontrahenten Visa und American Express rückten um 6,2 Prozent beziehungsweise neun Prozent vor – American Express lagen damit an der Spitze des Dow.

Noch stärker ging es für die Papiere von Spotify nach oben. Sechs Millionen neue Nutzer im ersten Quartal bescherten den Aktien des Musikstreaming-Anbieters eine Rally von 11,5 Prozent.

Ford hat wegen der Corona-Pandemie für das laufende Quartal einen Verlust von fünf Milliarden Dollar vorausgesagt. Der Aktienkurs verlor 2,2 Prozent.

Aktien des US-Parfüm- und Kosmetikherstellers Coty fielen um sechs Prozent. Als Grund für die Kursschwäche nannten Beobachter einen Medienbericht, dem zufolge Henkel und auch der Finanzinvestor KKR angesichts der Corona-Krise die Lust auf eine Übernahme von Coty verlieren könnten.

Mit Agenturmaterial.

Mehr: Was am Mittwoch am deutschen Aktienmarkt passierte, erfahren Sie hier.

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Dax-Ausblick: Anlageexperten warnen vor zu großer Euphorie

Börse in Frankfurt Main

Die Bären dürften an den Börsen vorerst noch die Überhand behalten.



(Foto: dpa)

Frankfurt Zum Ende der Woche haben viele Anleger wieder neuen Mut geschöpft, nachdem es einige hoffnungsvolle Meldungen im Kampf gegen das Coronavirus gab.

So dürfen etwa in Deutschland bereits ab Montag etliche Geschäfte wieder öffnen und es gibt konkrete Pläne für die Öffnung von Schulen. In den USA wurde über positive Tests eines potenziellen Coronavirus-Mittels der US-Firma Gilead berichtet. Doch nach Ansicht von Marktexperten reichen solche Meldungen für eine nachhaltige Erholung der Börsen nicht aus.

Selbst wenn rasch ein Medikament zur Behandlung von Covid-19 gefunden werde, bleibe der Rückweg zur Normalität lang und steinig, sagte etwa Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Die Folgen des wirtschaftlichen Lockdowns auf Unternehmensebene und der Anstieg der Arbeitslosenquote lassen sich nicht einfach rückgängig machen.“

Ähnlich äußerte sich auch Timo Emden vom gleichnamigen Analysehaus. „Die Anleger lechzen nach dem großen Wurf in der Corona-Pandemie“, sagte er. Für den Markt stehe allerdings weiterhin fest, dass auch ein Wirkstoff kein Allheilmittel für die in Mitleidenschaft gezogene Weltwirtschaft darstelle.

Der deutsche Leitindex Dax kletterte am Freitag in der Spitze auf 10.756 Punkte. Bis Handelsschluss gab er einen Teil der Gewinne aber wieder ab und schloss mit einem Plus von knapp 3,4 Prozent bei 10.642 Punkten. Ähnlich die Entwicklung des EuroStoxx 50: Der europäische Börsenindex ging mit einem Plus von 2,7 Prozent bei 2.888 Punkten aus dem Handel. In den USA waren Anleger am Freitag zunächst ebenfalls guter Dinge. Der Dow Jones schloss am Ende mit einem Plus von 2,9 Prozent bei 24.216 Punkten.

Schwer angeschlagene Weltwirtschaft

Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst des Brokers CMC Markets, verglich die aktuellen Steigerungen der Börsenindizes mit der Situation vor dem großen Ausverkauf im Dezember und Januar. „Auch jetzt lenken hochfliegende Technologieaktien wie Netflix, Amazon und Tesla die Aufmerksamkeit davon ab, dass die Realwirtschaft in Trümmern liegt“, sagte er. „Am Ende werden diese Unternehmen zwar ein gutes Geschäft machen, aber die Weltwirtschaft nicht retten.“

Trotz aller Euphorie stünden die Unternehmen „vor einem großen Anpassungsprozess, beschleunigt durch die zusätzlichen Kosten und Belastungen aus dem Lockdown“, so Stanzl. Derzeit könne niemand sagen, wie groß das Ausmaß von Firmenschließungen am Ende sein werde und wie lange es die Börsen vom Erreichen der alten Hochs abhalten werde.

Angesichts der Lockerungen der Kontaktbeschränkungen erwartet Jörg Krämer, Chef-Volkswirt der Commerzbank, dass die Konjunktur kurzfristig kräftig anziehen wird. „Langfristig lauern aber beträchtliche Gefahren – etwa durch die krisenbedingt stark steigenden Schulden der Unternehmen“, sagte er. Ein V-förmiger Aufschwung, also ein sehr schnelles Aufrappeln der Wirtschaft, sei unwahrscheinlich. Vielmehr sei eine allmähliche Rückkehr zum Wachstum zu erwarten.


Jörg Krämer

Der Chef-Volkswirt der Commerzbank rechnet damit, dass die Konjunktur kurzfristig kräftig anziehen wird.

In der kommenden Woche werden deshalb weiterhin die Entwicklungen rund um das Coronavirus und aktuelle Zahlen zur konjunkturellen Lage die beherrschenden Themen an den Märkten sein. Mit Spannung erwarten Börsianer am kommenden Donnerstag zum Beispiel den EU-Gipfel zur Viruskrise. Dort wird es unter anderem um eine mögliche Aufnahme gemeinsam garantierter Schulden zur Überwindung der Pandemie-Folgen gehen.

Daneben werden Aktionäre in der kommenden Woche auch verstärkt auf die Quartalszahlen einzelner Unternehmen schauen. Nachdem Firmen in anderen Ländern bereits Zahlen für das erste Quartal vorgelegt haben, beginnt nun auch in Deutschland die Bilanzsaison. Den Auftakt macht wie üblich SAP.

In der aktuellen Bilanzsaison müsse insgesamt mit Gewinneinbrüchen von durchschnittlich 40 Prozent gerechnet werden, sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Dennoch gibt er sich optimistisch: Dank der billionenschweren Hilfspakete von Notenbanken und Regierungen sähen Investoren über die aktuelle Entwicklung hinweg und konzentrierten sich auf die Gewinne im zweiten Halbjahr und 2021.

Einstieg in den Aktienmarkt

Angesichts der aktuellen Kursgewinne fragen sich manche Anleger, ob sie die beste Gelegenheit für einen Einstieg in Aktien bereits verpasst haben. Nach Einschätzung der DZ-Bank-Analysten wird die Volatilität wegen der anhaltenden Unsicherheiten durch das Coronavirus vorerst hoch bleiben und erneute Kursrücksetzer seien nicht auszuschließen. „Aus früheren Aktienmarktzyklen wissen wir, dass nach dem Tiefpunkt einer Rezession der Aktienmarkt die höchsten und dauerhaftesten Anstiegsraten aufweist“, so die DZ-Bank. „Bis dieser Tiefpunkt erreicht wird, dürfte es noch einige Zeit dauern. Unsere Volkswirte sehen diesen bisher im zweiten Quartal 2020.“

Vorausschauend auf die kommenden Jahre erwarten die DZ-Bank-Analysten: „Bis 2022/23 könnten die Dax-Unternehmen wieder so viel verdienen wie im bisherigen Rekordjahr 2018, und der Dax könnte 2024 mit 13.800 Punkten wieder seinen Höchststand erreichen.“ Wer in den kommenden Quartalen weiterhin Aktien kaufe, dürfte langfristig sehr gute Anlageergebnisse erzielen. Wichtig sei aber, nur Aktien von Unternehmen im Portfolio zu haben, deren Perspektiven auf Sicht von drei oder fünf Jahren positiv eingestuft werde.

Altmaier will die Wirtschaft schrittweise weiter hochfahren

So geht es in der kommenden Woche weiter:

Montag: Zu Wochenbeginn werden im europäischen Ausland und in den USA Quartalszahlen von Philips, Vivendi, und IBM erwartet. In Japan werden Zahlen zum Außenhandel im März veröffentlicht, in Deutschland Daten zu den Erzeugerpreisen im März. Zudem veröffentlicht die Bundesbank ihren Monatsbericht.

Dienstag: Die Bilanzsaison startet und SAP macht wie üblich den Auftakt. Der Softwarekonzern hatte allerdings schon Anfang April vorläufige Ergebnisse veröffentlicht und die Gesamtjahresziele gesenkt. Daneben legen unter anderem auch Netflix, London Stock Exchange (LSE) und Coca-Cola Zahlen vor. Informationen zur Stimmung der deutschen Börsenprofis gibt der ZEW-Index. Aus London kommen Zahlen zur Arbeitslosenquote in Großbritannien.

Mittwoch: Aus Brüssel werden vorläufige Daten zum Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone erwartet. Bei den Unternehmen legen Alcoa, Ericsson, Caterpillar, Heineken und Roche Zahlen zum ersten Quartal vor.

Donnerstag: Die Veröffentlichung des GfK-Index wird einen Hinweis auf die Kauflaune der Deutschen geben. Alexander Roose, Chef-Anleger für Aktien beim Vermögensverwalter Degroof Petercam, erwartet, dass das Verbrauchervertrauen „aufgrund steigender Gesundheitskosten und einer geringeren Kaufkraft durch die schwere Rezession im Dienstleistungssektor stark beeinträchtigt“ wird. Zudem wird der vorläufige Markit Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone (Industrie, Service, Composite) publiziert. In den USA wird die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 18. April veröffentlicht. Einblicke in ihre Bücher gewähren unter anderem Credit Suisse, Volvo, Renault, Unilever und Intel.

Freitag: Zum Ende der Woche steht der Ifo-Index auf dem Terminplan. Er gibt Auskunft über die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen. Experten erwarten hier einen erneuten Rutsch auf 77,2 Punkte von 86,1 Zählern im Vormonat. In den USA werden zudem Daten zum Auftragseingang für langlebige US-Güter veröffentlicht. Experten erwarten einen Einbruch um 11,4 Prozent. Quartalszahlen kommen von Sanofi, American Express und Nestle.

Mehr: Rendite in Corona-Zeiten: Mit welchen Investitionen man jetzt noch Geld verdient

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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: Ermutigende Nachrichten stützen US-Börsen – Dow schließt im Plus

Wall Street

Die klare Exit-Strategie des Weißen Hauses sorgt für bessere Stimmung an der Wall Street.


(Foto: AP)

Düsseldorf Die Aussicht auf ein Ende des Wirtschaftskomas zur Bekämpfung des Coronavirus gibt US-Anlegern zum Wochenschluss Hoffnung. Die Ankündigung des Flugzeugbauers Boeing, die Produktion wieder hochzufahren, sowie die Pläne von Präsident Donald Trump, die Wirtschaft schrittweise anlaufen zu lassen, weckten die Kauflaune.

Der Dow Jones gewann 3,0 Prozent auf 24.242 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 1,4 Prozent auf 8650 Stellen vor und der breit gefasste S&P 500 legte 2,7 Prozent auf 2875 Zähler zu. Im Wochenverlauf stieg der Dow um 2,2 Prozent, der S&P um drei und die Nasdaq 6,1 Prozent. In Europa hatte der Dax zuvor 3,1 Prozent zugelegt und der EuroStoxx50 2,4 Prozent.

„Die Nachrichten über ein mögliches Mittel am gleichen Tag, an dem Trump seine Eröffnungspläne vorgelegt hat, bot den Anlegern Grund für Optimismus, dass bald irgendwie so etwas wie Normalität zurückkehrt“, sagte Joshua Mahony, Marktanalyst beim Brokerhaus IG.

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag seine Exit-Strategie aus der Coronakrise vorgestellt. Der Plan des Weißen Hauses sieht konkrete Parameter vor, nach denen einzelne Bundesstaaten ihre Restriktionen schrittweise lockern dürfen. Auch Deutschland täte ein Plan mit klar definierten Meilensteinen gut, kommentiert Handelsblatt-Autor Christian Rickens.

Hoffnung auf Corona-Medikament

Größtes Thema an den Märkten war heute allerdings die Hoffnung auf ein Corona-Medikament, das der US-Pharmakonzern Gilead aktuell testet. In einer Studie der Universitätsklinik in Chicago führte das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Mittel Remdesivir zu einer schnellen Fiebersenkung und einem Rückgang der Symptome der Lungenkrankheit, sodass fast alle Patienten in weniger als einer Woche entlassen werden konnten.

Ende des Monats will der Konzern umfangreichere Ergebnisse seiner Phase-3-Studie vorstellen. Noch sei es zu früh, um generelle Schlüsse aus den Behandlungserfolgen ziehen zu können. Die Papiere des Pharmakonzerns haben rund acht Prozent zugelegt.

Als Stimmungsdämpfer wirken hingegen die Konjunkturdaten aus China: Das dortige Wirtschaftswachstum ist im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,8 Prozent geschrumpft. Auch wenn China nun langsam seine Wirtschaft nach der Pandemie wieder hochfährt, wird das Land wohl nicht dazu in der Lage sein, den Rest der Weltwirtschaft zur Erholung zu führen, analysiert China-Korrespondentin Dana Heide.

Die US-Ölpreise brachen am Freitag ein. Der Preis der US-Sorte WTI verlor zeitweise fast zwölf Prozent auf 17,50 Dollar je Barrel und notierte damit so tief wie zuletzt vor mehr als 18 Jahren. Die US-Lagerbestände füllten sich rasch, da die Raffinerien immer weniger Rohöl nachfragten, sagt Bjornar Tonhaugen, Chef des Ölgeschäfts beim vom Brokerhaus Rystad. Daran werde sich trotz der geplanten Lockerung der Virus-Restriktionen vorerst nichts ändern.


Einzelwerte im Fokus

Die Aktien von Gilead Sciences, dem neuen Hoffnungsträger auf eine Corona-Therapie, schlossen am Freitag 9,7 Prozent höher.

Nach einem Kurseinbruch von acht Prozent am Donnerstag gehörten am Freitag auch Boeing-Papiere zu den Gewinnern. Sie legten 14,7 Prozent zu. Der Airbus-Rivale kündigte an, die Fertigung kommende Woche wieder anlaufen zu lassen.

Auf der Verkaufsliste standen Titel wie Amazon, Netflix oder Blue Apron mit einem Minus von bis zu 3,7 Prozent: Der Onlinehändler, der Streamingdienst und der Kochboxenanbieter hatten zuletzt von den Ausgangsbeschränkungen profitiert. Die Aussicht auf Lockerungen bewegte Anleger nun zu Gewinnmitnahmen. Amazon und Netflix waren am Donnerstag noch jeweils auf ein Allzeithoch geklettert.

Zu den Verlierern gehörte auch Apple mit einem Minus von fast 1,4 Prozent. Die Aktie des iPhone-Herstellers wurde von Goldman-Sachs-Analysten heruntergestuft, von „neutral“ zu „sell“. Der Konzern dürfte vor allem unter der gesunkenen Nachfrage an iPhones leiden. Die Aktie verliert mehr als zwei Prozent.

Die Aktien jener Banken, die in dieser Woche nach Quartalszahlen teils hohe Kursverluste erlitten hatten, schwenkten zum Wochenausklang auf den Erholungspfad. JPMorgan gewannen rund neun Prozent, Citigroup mehr als zwölf Prozent und KeyCorp fast elf Prozent.

Der Eurokurs legte etwas zu. Nach Börsenschluss in New York wurden für die Gemeinschaftswährung 1,0873 US-Dollar bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0860 (Donnerstag: 1,0888) US-Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,9208 (0,9184) Euro gekostet.

Am US-Rentenmarkt verloren richtungweisende zehnjährige Anleihen 7/32 Punkte auf 108 2/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,650 Prozent.

Mit Agenturmaterial.

Mehr: Hier erfahren Sie, wie sich der deutsche Aktienmarkt am Freitag entwickelt hat.

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Dax aktuell: Dax geht mit Gewinnen in die Osterpause

Dax-Kurve

Blick auf die Dax-Kurve im Frankfurter Handelssaal.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Aufwärtstrend am deutschen Aktienmarkt hält an – gestützt von Impulsen aus den USA. Vor den Osterfeiertagen geht der Dax mit einem Plus von gut 2,2 Prozent bei 10.565 Zählern aus dem Handel. Dabei hatte das Börsenbarometer zunä …

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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: US-Börsen bleiben auf Erholungskurs – Dow schließt im Plus

Wall Street

Der Parketthandel ist wegen der Coronavirus-Pandemie ausgesetzt und auch auf der Wall Street ist wenig los.

(Foto: Michael Nagle/Redux/laif)

Düsseldorf Den dritten Tag in Folge verzeichneten die US-Börsen am Mittwoch Gewinne. Neben der Hoffnung, dass das Schlimmste in der Corona-Pandemie in den Vereinigten Staaten bald …

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