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Wofür die Menschen am ersten Shopping-Samstag Schlange stehen

Wer am Samstag nach dem Feiertag endlich wieder shoppen gehen wollte, musste Geduld mitbringen. Vor allem vor Möbelhäusern. So hatte sich vor dem Ikea in Köln-Godorf eine lange Schlange von wartenden Kunden gebildet. Auch der Kundenandrang vor anderen Ikea-Geschäften in Nordrhein-Westfalen war groß.

So bildeten sich bei der Anfahrt zum Ikea in Dortmund laut lokalen Medien bereits auf der Autobahn kilometerlange Staus. Ebenso war es in Düsseldorf. Die Wartezeit, um ins Möbelhaus zu gelangen, betrug zwei Stunden.

Ikea hat in Nordrhein-Westfalen seit dem 22. April elf seiner Filialen wieder geöffnet. Der damalige Eröffnungstag verlief relativ ruhig, wie die „Rheinische Post“ schrieb. Es bildeten sich zwar auch Warteschlangen, weil das Möbelhaus nur eine bestimmte Anzahl Menschen auf einmal einlässt, aber sie waren nicht allzu lang. Auch Ikea freute sich: „Nach Wiedereröffnung unserer Einrichtungshäuser in NRW ziehen wir eine sehr positive Bilanz.“

Ganz anders an diesem Samstag. Der Ansturm und das Foto der langen Schlange vor dem Ikea in Köln-Godorf verärgerte viele Menschen. Mit auf den Boden gelegten Einkaufswagen und Absperrband sind geschwungene Wartereihen markiert, in denen dicht gedrängt Dutzende Menschen stehen. Nicht alle Wartenden halten den Mindestabstand ein.

Anhand des Bildes entspann sich eine Diskussion über die Lockerungen in Deutschland und ihre Folgen. „So entstand die zweite Welle“, kommentierte ein Twitter-User, und viele stimmten ihm zu. „Eine Minderheit trägt Maske“, schrieb ein anderer User, oder auch: „Kann man das nicht IQ-Test nennen? Wer sich anstellt, ist durchgefallen.“ Einer fragte, wofür er eigentlich die ganzen Wochen zu Hause geblieben sei.

Auf die Frage, ob es sich womöglich um eine alte Aufnahme handelt, twitterte der Fotograf die genauen Daten des Fotos und bestätigte WELT, dass er das Foto am Samstag gemacht habe.

An der anschließenden Diskussion beteiligte sich sogar der Investor Frank Thelen. Das Ex-Mitglied der TV-Sendung „Höhle der Löwen“ forderte Konsequenzen für Ikea und nannte das Bild „einfach unfassbar“. „Ich bin ja sogar für mehr Öffnung, aber mit Abstand und Maske“, schrieb Thelen und markierte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) in seinem Tweet.

Neben Möbelhäusern interessierten sich die Menschen am Samstag vor allem noch für Elektronikgeräte. Auf dem Alexanderplatz in Berlin bildete sich vor einem Elektronikgeschäft deshalb eine lange Schlange. Auch die Innenstadt in Düsseldorf war laut „Rheinischer Post“ voller als üblich.

Menschen stehen vor einem Elektronikmarkt auf dem Berliner Alexanderplatz Schlange
Quelle: dpa/Christoph Soeder

Der erste Samstag in einem Monat gilt im Handel traditionell als umsatzstarker Tag, denn viele Menschen haben ihr Gehalt aufs Konto bekommen.

In anderen Läden wie etwa Supermärkten hielten sich die Menschen insgesamt eher zurück. Es sei aber ein guter Tag gewesen, so der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Bernd Ohlmann. Auf 50 bis 60 Prozent eines normalen Vor-Corona-Samstags schätzte er das Kundenaufkommen in den Geschäften im Schnitt.

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