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Das sind die Fallen beim Möbelkauf über das Internet

Fürs Online-Shopping muss man nicht raus aus dem Haus in einen vollen Laden. Ein großer Vorteil in Corona-Zeiten. Bislang kauft man im Internet aber eher Bücher, Mode und immer mehr auch Lebensmittel. Möbel sind online noch eher weniger gefragt.

Denn die Nachteile der Auswahl überwiegen oft: Ein Sofa möchte man Probe sitzen, auf einer Matratze liegen und einen Tisch anfassen.

„Mode ist kurzlebig. Wenn mir ein Stück nicht gefällt, kann ich es unkompliziert wieder zurückgeben“, sagt Produktexpertin Christine Lacroix. „Das ist bei einem Möbelstück schon komplizierter: Zum einen, weil ich von den Stücken jahrelang etwas haben möchte. Zum anderen, weil die Rücknahme mindestens mit hohem organisatorischem Aufwand verbunden ist.“ Lacroix kümmert sich bei der Aktion Plagiarius primär um Markenpiraterie, kennt aber auch die Fallen beim Online-Kauf.

Für einige Möbel, dazu gehört zum Beispiel das Sofa, plädiert Lacroix deshalb auch für die Auswahl im stationären Handel: „Nur da kann man Probe sitzen und ausprobieren, ob das Sofa auch rückenfreundlich ist.“

Oft keine Rückgabe für individualisierte Möbel

Prinzipiell haben Kunden zwar die Möglichkeit, bestellte Möbel auch zu Hause zu testen und gegebenenfalls zurückzuschicken, erklärt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Allerdings sollten sie beachten: Die Kosten für die Rücksendung müssen sie eventuell selbst tragen – das kann der Händler in den Geschäftsbedingungen (AGB) so festlegen. Die Kosten für die Anlieferung, die man als Käufer möglicherweise zahlen musste, muss einem der Händler dagegen erstatten, so die Expertin.

Das Widerrufsrecht für Möbel beträgt wie bei den meisten Onlinekäufen 14 Tage. Bei individualisierten Stücken, etwa einem auf Maß angefertigten Kleiderschrank, kann es jedoch ausgeschlossen sein. Darüber muss der Händler den Verbraucher aber vor Vertragsschluss informieren.

Hier gilt also: auch das Kleingedruckte lesen und im Zweifel nachfragen. Wer sich nicht sicher ist, sollte sich das Widerrufsrecht schriftlich bestätigen lassen, rät die Verbraucherschützerin.

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Internet-Bestellungen

Am Ende ist die Frage bei individuellen Möbelstücken, wie stark sie auf den Kunden zugeschnitten wurden. Gab es einen Stuhl nur in drei Farben, dann sei der Widerruf kein Problem.

„Hat man sich aber ein Sofa mit Liegefläche links und in einem ausgefallenen Ton bestellt, ist das unter Umständen ein anderer Fall“, gibt Rehberg ein Beispiel. Dann könne man schon davon ausgehen, dass dieses Möbel individuell für den Kunden gefertigt wurde – und es berechtigt ist, wenn der Händler dann den Widerruf ausschließt.

Anders sieht es aus, wenn das Möbelstück beschädigt ist oder etwa in einer falschen Größe oder Farbe geliefert wurde. Dann muss der Händler kostenlos nachbessern und muss dafür auch den Rückversand übernehmen. Das gilt generell.

Möbel-Lieferung nur bis Bordsteinkante

Während die Lieferung bei Mode und anderen kleinen Artikeln prinzipiell unkompliziert ist, verhält sich das bei sperrigen Gegenständen wie Möbeln bisweilen anders.

Lacroix betont daher: „Hier kommt es nicht nur auf Lieferkosten an, sondern auch auf Lieferbedingungen. Genauer gesagt: Liefert die Firma zu einem angegebenen Preis oder kostenfrei bis in die eigenen vier Wände oder nur bis Bordsteinkante?“ Dies sollte man beim Bestellprozess auf der Onlineseite prüfen.

Fürs Online-Shopping muss man nicht raus in einen vollen Laden. Selbst Betten gibt es online zum Kauf
Quelle: dpa-tmn

Grundsätzlich sollte man beim Onlinekauf auf Sicherheit bedacht sein, um nicht auf einen Fake-Shop hereinzufallen. „Dazu gehört zunächst, dass man sich die Homepage eines Onlinehändlers genau anschaut“, rät Felix Nottensteiner, Inhaber der Autorisierungs-Plattform Authorized by in München. „Fehlt zum Beispiel das Impressum, sollte man von diesem Händler die Finger lassen – ein Impressum ist gesetzlich vorgeschrieben.“

Und Nottensteiner ergänzt: „Man sollte auch unbedingt die dort hinterlegten Daten prüfen – ob es an der angegebenen Adresse die Firma überhaupt gibt und ob die Telefonnummer stimmt.“

Vorsicht vor Möbeln ohne Gewährleistung

Solche Angaben über Kosten und das Unternehmen, bei dem man bestellt, sind im Internet nicht nur wichtig, weil sie einen entscheidenden Unterschied zu den schwarzen Schafen der Branche machen.

„Was vielen Konsumenten nämlich nicht bewusst ist: Wer sich für ein Möbelstück, das beim gewählten Anbieter besonders günstig ist, entscheidet, läuft im Zweifel Gefahr, sogenannte Grauware oder zum Beispiel Re-Importe von nicht autorisierten Händlern zu kaufen“, erläutert Nottensteiner.

Dazu müsse man wissen, dass viele große Hersteller für verschiedene Länder produzieren und ihre Preise und Vertriebsstrukturen dem jeweiligen Land und auch den dortigen gesetzlichen Anforderungen anpassen. Daher seien Re-Importe zwar in einigen Fällen günstiger bei gleicher Optik.

„In puncto Gewährleistung, Garantie und Ansprechpartner im Problemfall kann es aber nach dem Kauf problematisch werden.“ So werde aus vermeintlich billig im Zweifel schnell richtig teuer, so Nottensteiner.

Wem das alles zu kompliziert ist, für den hat Christine Lacroix einen Tipp: Auf der sicheren Seite ist man, „wenn man sich für die Website eines Möbelhauses entscheidet, das auch offline verkauft“.

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Diese Sofortbildkameras bringen das Polaroid-Zeitalter zurück

Sofortbildkameras sind ein Phänomen: Einst von der Digitalkamera ins Exil geschickt, erstanden sie unlängst wieder auf. Mittlerweile sind sie vom überraschenden Trend erneut zum festen Bestandteil des Fotomarkts geworden.

Die Hersteller entwickeln derweil nicht nur die Kameras weiter, sondern bringen auch Smartphone-Fotografierer mit handlichen Fotodruckern auf den Geschmack. „Computer Bild“ zeigt spannende Modelle, die sich für Geburtstage, Hochzeiten oder einfach zum Spaß eignen.

Bei Sofortbildkameras ist jedes Foto ein Einzelstück

Viele kennen noch das klassische Polaroid, das Sofortbild der 70er- und 80er-Jahre, vom gleichnamigen Hersteller. Entweder hat man die Schnappschüsse selbst gemacht oder sie in Alben der (Groß)eltern gesehen. Die Tore der Firma waren jahrelang geschlossen, bis sie das Unternehmen Impossible Project erneut aufstieß.

Nur 80 Euro (Stand aller Preise: 24. April 2020) kostet die I-1 von Impossible Project, Filme gibt es ab rund 15 Euro. Die Kamera ist per App aus der Ferne auslösbar
Quelle: Computer Bild

Die analoge Kamera Impossible I-1 von 2017 arbeitet mit dem alten Polaroid-Instamatic-Verfahren, aber das ist längst nicht der einzige aktuelle Sofortbildvertreter: Viele Hersteller nehmen sich wieder der Menschen an, die nicht von jedem Ereignis 100 Fotos auf dem Smartphone, sondern lieber ein Erinnerungsbild zum Anfassen haben wollen.

Dass jedes ein Einzelstück ist und sich somit nicht beliebig oft vervielfältigen lässt, scheint die Nutzer nicht zu stören, ganz im Gegenteil. Mittlerweile gibt es neben den Kameras zahlreiche Drucker, mit denen sich Aufnahmen vom Handy unterwegs ausdrucken lassen.

Wie entsteht ein Sofortbild?

Es gibt drei Druckverfahren, die aktuell Einsatz finden: die Zink-Technik, die klassische chemische Entwicklung und die Thermosublimation.

Zink: steht für “Zero Ink”, zu Deutsch “null Tinte” – die Technik der meisten Kameras heute. Die Farbpartikel sind im Fotopapier enthalten, Wärmezufuhr macht sie sichtbar. Die Druckqualität ist gut, es gibt aber nur kleine Bildformate, und die Methode ist nicht unbedingt retro-charmant.

Chemische Entwicklung: Bei der analogen Belichtung des Fotopapiers ist die Entwicklungspaste im Bildrand integriert und verteilt sich bei Ausgabe des Fotos aus der Kamera über das Papier. Dieses Verfahren war schon zu guten alten Polaroid-Zeiten üblich – mit all seinen zufallsgetriebenen Unschärfen und Farbverfälschungen. Also mehr Charme, aber weniger Details und Farbtreue als Zink.

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Thermosublimation: die Technologie der meisten mobilen Fotodrucker beziehungsweise Sofortbilddrucker. Mit einer Trägerfolie und Wärme kommen die Farben Gelb, Magenta und Cyan in drei Durchgängen nacheinander auf das Papier. Das Druckergebnis ähnelt dem moderner Tintenstrahldrucker, mit guter Farbdarstellung, doch Papier und Toner sind teurer als bei den Tintendruckern.

Egal, wofür man sich entscheidet: Sofortbilder haben Charme, der sich aber je nach Druckverfahren sehr unterscheidet. So richtig retro ist nur die chemische Entwicklung.

Rollei Rolleiflex: Sofortbildkamera-Revival

Das an die alten Klassiker des Herstellers angelegte Design der Rollei gefällt, der aufklappbare Sucher mit integrierter Lupe sorgt für Erstaunen und einen klaren Blick aufs Motiv. Die Funktionen sind rein analog: Blende, Schärfe und Belichtung lassen sich an der Kamera einstellen, die Batterie versorgt nur den eingebauten Blitz. Die Rolleiflex verzichtet auf Speicherkarteneinschub sowie digitale Fotofilter und besitzt den mit Abstand coolsten Sucher – das hat Charme.

Verfahren: chemisch; Bildgröße: 5,4 x 8,6 cm; Gewicht: 525g; Maße: 14,1 x 10,2 x 8 cm.

Die Rollei Rolleiflex sieht fast aus wie das Original und versprüht daher am meisten Charme
Quelle: Computer Bild

Fujiiflm Instax Mini 11: Günstiger Einstieg

Die knuffige Fujifilm Instax Mini 11 hat trotz des günstigen Preises Blitz und Belichtungsmessung. Damit soll die Sofortbildknipse bei Porträts auch den Hintergrund besser belichten. Auf ein Display oder einen Speicherkartensteckplatz verzichtet der Hersteller. Für Selfies gibt es einen Extra-Modus; mit einem recht kleinen Spiegel auf der Vorderseite richten Sie die Kamera leichter aus.

Verfahren: Zink; Bildgröße: 4,6 x 6,2 cm; Gewicht: 293 g; Maße: 10,7 x 12,1 x 6,7 cm.

Knallige Farben und anpassbares Design machen die Instax Mini 11 zum schicken Accessoire
Quelle: Fujifilm

Fujifilm Instax Mini LiPlay: Mit Bildbearbeitung

Bei der Fujifilm Instax Mini LiPlay gestalten Sie Ihre Sofortbilder kreativ: Ein Display auf der Rückseite ermöglicht die Vorschau und Auswahl von Fotos. Mit drei frei belegbaren Tasten bringen Fotografen schnell Lieblingsfilter und -rahmen ins Bild, über eine Belichtungskorrektur passen sie die Helligkeit des Fotos an. Der Druck erfolgt auf Zink-Papier.

Verfahren: Zink; Bildgröße: 6,2 x 4,6 cm; Gewicht: 255 g; Maße: 8,2 x 12,2 x 3,7 cm.

Fujifilm bezeichnet die Instax Mini LiPlay als hybride Sofortbildkamera, da Sie Fotos vor der Ausgabe modifizieren
Quelle: Fujifilm

Canon Zoemini S: Für Sofort-Selfies

Bei der nur 188 Gramm schweren Zoemini S spiegelt die Fläche rund um die Kameralinse, Markierungen auf dem Spiegel zeigen den Bildausschnitt, ein Ringlicht drum herum sorgt für gleichmäßige Ausleuchtung von Selfies – nicht schlecht. Die Kamera druckt die Fotos auf Zink-Papier und speichert sie auf einer MicroSD-Karte. Der Zugriff funktioniert per Gratis-App “Canon Mini Print” (für Android und iOS), ein Display hat das Modell nicht.

Verfahren: Zink; Bildgröße: 5 x 7,6 cm; Gewicht: 188 g; Maße: 12 x 8 x 2,1 cm.

Mit der Zoemini S bietet Canon eine Sofortbildkamera inklusive Mini-Fotodrucker
Quelle: Canon

Kodak Smile Classic: Die Großbildkamera

Kodaks Smile Classic schießt größere Fotos als die Konkurrenz. Der Sucher ist im Gehäuse versenkt, nur zum Knipsen klappt er hoch. Dank Bluetooth lösen Fotografen alternativ per Smartphone-App (iOS und Android) aus. Via App verwenden Sie zudem Filter, Rahmen oder Sticker. Die Kamera hat einen Speicherkarteneinschub.

Verfahren: Zink; Bildgröße: 8,9 x 10,8 cm; Gewicht: 400 g; Maße: 19 x 7 x 15 cm.

Bitte lächeln: Die Sofortbilddigitalkamera Smile Classic vereint Retro-Flair und moderne Technik
Quelle: Kodak

Zur Sofortbildkamera gibt es zahlreiche Alternativen

Neben den vorgestellten gibt es viele weitere Sofortbildkameras. Etwa die Kodak Printomatic, die mit einem handlichen Format – und ohne Schnickschnack – glänzt: Das Objektiv vorn, ein kleiner Sucher in der Gehäuseecke und der Auslöser oben sind die auffälligsten Merkmale.

Fotografen wählen außerdem zwischen Schwarz-Weiß und Farbe. Eine MicroSD-Karte speichert die Fotos, das Zink-Verfahren bewerkstelligt den Druck. Auch unter dem Namen Polaroid gibt es ein aktuelles Modell: Die 100 Euro teure Mint 2-1 setzt wie die Kodak auf Zink-Technik. Der Sucher fällt klein aus, ebenso der Spiegel an der Vorderseite, der Selfies vereinfachen soll.

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Alte Fotoapparate

Drei Fotomodi und ein Selbstauslöser stehen zur Verfügung. Selbst Leica hat eine Sofortbildkamera am Start. Der sinnige Name: Sofort. Das ist erkennbar der Ableger einer Fujifilm Instax. Für rund 280 Euro immerhin die günstigste Kamera mit dem markanten roten Punkt.

Sofortbilddrucker liefern Retro-Fotos vom Smartphone

Wenn Sie keine Sofortbildkamera wollen, aber den Stil dieser Aufnahmen mögen, legen Sie sich einen Sofortbilddrucker zu. Das Gerät verbindet sich per Bluetooth oder WLAN mit dem Smartphone oder Tablet.

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Sofortbilder

Per zugehörige App wählen Sie Fotos auf dem Handy aus, versehen sie mit Filtern, Smileys sowie lustigen Rahmen und senden sie an den Drucker. Nach (generell) wenigen Sekunden ist das Bild fertig. Infrage kommen zahlreiche Modelle, etwa die folgenden.

Polaroid Lab: Sofort kann etwas länger dauern

Schön schräg: Das Polaroid Lab ist ein Drucker, der die Bilder vom Smartphone-Display abfotografiert. Dafür wählen Sie die gewünschte Aufnahme in der Polaroid-App aus und legen das Handy mit dem Display nach unten auf das Lab.

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Polaroid Lab

Ein Objektiv unter der Glasplatte projiziert das Foto vom Smartphone-Display auf den Sofortbildfilm mit chemischer Entwicklung. Die fertige, typisch fehlfarbige Aufnahme dauert allerdings bis zu 15 Minuten.

Verfahren: chemisch; Bildgröße: 7,9 x 7,9 cm; Gewicht: 655 g; Maße: 15 x 11,5 x 17,7 cm.

Handy-Fotos als Sofortbild ausbelichten – das geht mit dem Polaroid Lab
Quelle: Polaroid

HP Sprocket Studio: Handlicher Bluetooth-Drucker

Der HP Sprocket Studio von 2019 ist größer als andere Sofortbilddrucker, aber deutlich kleiner als die üblichen Computerdrucker. Fotos empfängt er per Bluetooth, die Ergebnisse im Format 10 x?15 cm sind gut und machen Lust auf mehr. Zum Einsatz kommt das brotdosengroße Gerät allerdings wohl nur zu Hause oder bei Freunden.

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Fotodrucker im Test

Verfahren: Thermosublimation; Bildgröße: 10 x 15 cm; Gewicht: 930 g; Maße: 16,9 x 27,3 x 6,8 cm.

Mit dem Sprocket Studio geht HP den Schritt vom kleinen Partyspaß zum größeren Fotodrucker
Quelle: HP

Canon Selphy Square QX10: Der Smartphone-Drucker

Der Selphy Square QX10 von Canon verbindet sich per WLAN mit Smartphones und druckt quadratische Fotos aus. Der Rand, der stehen bleibt, lässt sich mit Stiften beschreiben – praktisch. Der integrierte Akku macht das Gerät mobil. Über die Canon-App “Selphy Photo Layout” verschönern Fotografen ihre Fotos mit Stempeln, Filtern sowie Texten und erstellen Collagen.

Verfahren: Thermosublimation; Bildgröße: 6,8 x 6,8 cm; Gewicht: 445 g; Maße: 10,2 x 14,3 x 3,1 cm.

Sofortbild-Optik: Der Selphy Square QX10 druckt Fotos quadratisch mit Rand aus
Quelle: Canon

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Mit diesem Gaming-Headset bekommen sie in virtuellen Welten alles mit

Ein ordentliches Gaming-Headset entscheidet beim Zocken oft über Sieg oder Niederlage: Klare Übertragungen von Anweisungen, die präzise Ortung von Gegnern und ein angenehmer Tragekomfort sind drei wesentliche Anforderungen.

Die erste Version des 2017 vorgestellten Teufel Cage patzte in einigen Punkten. Macht das überarbeitete Teufel Cage 2020 jetzt alles besser? Der Praxistest von „Computer Bild“ gibt Antworten.

Das Teufel Cage 2020 hat einen angenehmen Tragekomfort

Wie der Vorgänger sitzt auch die 2020er-Version angenehm auf dem Kopf. Und dank des großen Verstellbereichs passt der Kopfhörer sowohl auf kleine als auch auf große Spielerköpfe. Die Muscheln sind schön groß, sodass sie das Spieler-Ohr komplett umschließen.

Und das weiche Leder schmiegt sich förmlich an die Ohren, denn der Anpressdruck ist weder zu hoch noch zu niedrig – auch in hektischen Spielsituation sitzt es so fest genug.

Das abnehmbare Mikro sitzt nun tiefer und stört nicht mehr den Sichtbereich des Spielers
Quelle: Computer Bild, Ingolf Leschke

Auch gut: Die Ohrpolster lassen sich tauschen. Zum Testzeitpunkt hatte Teufel aber noch keine Ersatzpolster im Programm. Auffälligste Neuerung: Das Mikrofon sitzt nun nicht mehr so hoch am Ohrhörer. Der Mikrofonarm hängt daher nicht mehr im Sichtfeld des Spielers.

Teufel Cage 2020 ohne Kabelfernbedienung

Dafür lässt sich das abnehmbare Mikro nun ausschließlich an den linken Ohrhörer stöpseln – beim Vorgänger konnten Spieler das Mikrofon am linken oder am rechten Kopfhörer anschließen. Der Arm ist dafür nicht mehr so labbrig, sodass sich das Mikro perfekt vor dem Mund platzieren lässt.

Auch gut: Das Teufel Cage 2020 verbinden Zocker wahlweise per USB oder per 3,5-Millimeter-Klinkenkabel mit dem PC. Letztere Variante erlaubt so auch den Anschluss an Smartphones, Tablets und Konsolen.

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Schade: Eine Kabelfernbedienung hat das Teufel Cage 2020 nicht. Das Mikro lässt sich aber per Schalter an der linken Ohrmuschel stumm schalten, die Lautstärke regeln Zocker am rechten Ohrhörer.

So klingt das Teufel Cage 2020

Wie die erste Version des Cage überzeugte auch die 2020er-Variante mit einer ordentlichen Klangqualität: Höhen und Mitten gibt es präzise wieder, Bässe klingen sauber – aber nicht sehr satt. Die Maximallautstärke könnte auch etwas höher sein.

Das Mikro übertrug im Test hingegen Anweisungen und Absprachen ohne Verfälschungen zum Mitspieler. Teufel verzichtet beim 2020er-Cage auf Spielereien wie das parallele Anstöpseln von PC und Smartphone.

So lässt sich das Mikro bei einem eingehenden Anruf nun nicht mehr vom Rechner aufs Smartphone umstellen, sodass Mitspieler das Telefonat nicht mithören. Aber darauf können die meisten Zocker verzichten.

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Fazit: Das 2020er-Cage überzeugte im ersten Praxistest: Der Tragekomfort ist hoch, der Arm des Mikrofons stört nun nicht mehr den Sichtbereich des Spielers. Nicht besser und nicht schlechter ist die Klangqualität der Kopfhörer und die Aufnahmequalität des Mikrofons, aber die war ja beim Vorgänger ohnehin schon ganz ordentlich. Dass sich das Mikro nun nicht mehr wahlweise links oder rechts anklemmen lässt und die parallele Smartphone-Anbindung fehlt, lässt sich verschmerzen.

Stärken: guter Tragekomfort, Kopfhörer mit ordentlicher Klangqualität, gutes Mikrofon

Schwächen: maximale Lautstärke könnte größer sein, keine Kabelfernbedienung

Einschätzung: gut

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So verdient Google an den Steuermilliarden im Kampf gegen Corona

Führende deutsche Start-ups aus der Reisebranche beklagen sich über das Verhalten von Google in der Corona-Krise. Der Internetriese aus Kalifornien besteht auf der fristgerechten Bezahlung von Rechnungen in Millionenhöhe – obwohl die Start-ups derzeit keinen Umsatz machen.

In einem offenen Brief an Google-Vorstand Philipp Schindler fordern die Chefs von acht Unternehmen und der Präsident des Start-up-Verbands, Christian Miele, den Konzern dazu auf, die Last der Pandemie mit ihnen gemeinsam zu tragen.

Die Unterzeichner warnen davor, dass staatliches Hilfsgeld aus Deutschland in der Kasse des US-Konzerns landen könnte. Während sich fast alle anderen Unternehmen, darunter auch Microsoft und Facebook, in der Krise kulant verhielten, gebe es von Google kein Entgegenkommen.

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Reisen nach Corona

„Für uns war das Verhalten von Google ein Schlag ins Gesicht“, sagt Johannes Reck, Gründer des Tourenvermittlers GetYourGuide. Neben ihm haben den Brief unter anderem die Chefs des Fernbusanbieters Flixbus, der Reisesuchseite Trivago und des Kreuzfahrtvermittlers Dreamlines unterschrieben.

Angesichts der Corona-Beschränkungen machen die Reiseanbieter derzeit praktisch keinen Umsatz. Außerdem mussten sie ihren Kunden alle Anzahlungen für ausgefallene Leistungen zurückerstatten. Die Mitarbeiter sind zum größten Teil in Kurzarbeit, Unternehmen wie Trivago planen außerdem bereits, Stellen abzubauen.

Um ihre Kosten weiter zu senken, verhandeln die Gründer mit ihren Geschäftspartnern über Stornierungen von Bestellungen, Kürzungen oder den Aufschub von Rechnungen. Fast alle seien dabei zu Zugeständnissen bereit, heißt es. So berichtet Reck beispielsweise vom großen Entgegenkommen seines Vermieters, der monatelang auf Zahlungen verzichte.

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Ganz anders Google. Allein die acht Start-ups aus der Reisebranche hatten im ersten Quartal für umgerechnet 75 Millionen Euro Anzeigen in der Suchmaschine gebucht. Rund die Hälfte dieses Betrags müssen die Unternehmen noch bezahlen, die Rechnungen sind bereits fällig. Und sie werden wohl indirekt aus Steuermitteln beglichen – denn die Gründer haben Hilfskredite bei der Staatsbank KfW beantragt. „Wenn wir die KfW-Kredite bekommen, dann müssen wir einen Teil des Geldes direkt an Google weiterüberweisen“, sagt Reck. „Wollen wir wirklich, dass Steuergelder an ein Unternehmen fließen, das Rekordgewinne macht?“

Tatsächlich hat die Google-Konzernmutter Alphabet gerade beeindruckende Quartalszahlen vorgelegt. 41,1 Milliarden Dollar hat der Konzern im ersten Quartal 2020 eingenommen, knapp fünf Milliarden mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn lag mit knapp acht Milliarden Dollar nur unwesentlich unter der Prognose der Analysten. Googles Werbegeschäft brachte mehr als 33 Milliarden Dollar Umsatz. Angesichts dessen erscheint der Umgang des Konzerns mit seinen deutschen Kunden ungewöhnlich hart.

Die Reiseanbieter bitten den Konzern dringend um Kulanz. Denn einerseits haben sie die Umsätze, die sie im Internet aufgrund der Google-Anzeigen gemacht haben, zum Großteil wieder an ihre Kunden zurückbezahlt. Und andererseits führte spätestens im März ein Großteil der Anzeigen ins Leere – weil niemand mehr Reisen oder damit verbundene Dienste buchte.

Eine Stundung kommt für Google nicht infrage

Zumindest für die noch ausstehenden Rechnungen solle Google auf eine Vollstreckung verzichten und Unternehmen, die Staatshilfen erhalten haben, „einen konsistenten und flexiblen Weg“ anbieten, um die Zahlungen aufzuschieben.

Auf WELT-Anfrage sagte ein Google-Sprecher, man stehe „im ständigen Austausch mit unseren Geschäftspartnern, einschließlich der Reisebranche“, um den Werbekunden zu helfen. Google kündigte an, kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die im vergangenen Jahr Anzeigen gebucht hatten, Werbeguthaben im Umfang von insgesamt 340 Millionen Dollar kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Doch eine Stundung der Zahlungen für bereits geleistete Onlinewerbung will der Konzern nicht gewähren, egal ob die Reise-Start-ups ihrerseits die Buchungen abschreiben müssen, die dank der Werbung zustande gekommen waren.

Warum Google derart hart vorgeht, erklärt vielleicht ein Blick auf das aktuelle Krisenquartal. Denn auch wenn der Umsatz des Mutterkonzerns insgesamt gesteigert werden konnte, warnte Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat: „Im März erlebten wir eine signifikante Verringerung der Werbeumsätze.“

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Der Einbruch sei abrupt ausgefallen, bislang sehe man wenig Besserung. Google-Chef Sundar Pichai betonte im Analysten-Gespräch, dass insbesondere die großen Kunden aus der Reisebranche hart von der Krise betroffen seien.

In den USA stammen Googles größte Einzelkunden aus der Reisebranche, sie haben die Werbebudgets fast komplett zusammengestrichen. Googles System erlaubt extrem kurzfristige Reaktionen, Firmen können gebuchte Kampagnen von einem auf den anderen Tag streichen.

So etwa das US-Onlinereisebüro Expedia mit Werbeausgaben von pro Jahr normalerweise fünf Milliarden Dollar. Dessen Chef Barry Diller kündigte an, sein Onlinewerbebudget auf deutlich unter eine Milliarde zu senken. Booking Holdings, mit einem Werbebudget von mehr als sechs Milliarden Dollar einer der größten, wenn nicht der größte Werbekunde Googles, soll sein Budget auf fast null gesetzt haben, solange keine Reisen gebucht werden.

Wer via Google etwa nach „Flug San Francisco“ oder „Hotel London“ sucht, bekommt normalerweise an erster, zweiter und dritter Stelle der Liste einen bezahlten Treffer von Expedia oder Booking.com, über den der Nutzer direkt auf die Seiten der Reiseportale umgelenkt wird.

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Trotz Pandemie

„Die großen Portale leben direkt davon, in der Trefferliste weit oben zu stehen – das sind die absoluten VIP-Kunden von Google“, kommentiert der Silicon-Valley-Experte Andreas Weigend. Doch aktuell werden entsprechende Suchergebnisse werbefrei angezeigt – ein sicheres Zeichen für den Einbruch bei Google.

Damit ist der Konzern deutlich härter von der Krise betroffen als die anderen US-Tech-Riesen, kommentiert der Start-up-Experte Nihal Mehta. Wer wie Netflix oder Amazon direkt für Endkunden arbeite oder wie Microsoft regelmäßig Abonnementeinnahmen generiere, sei resistenter aufgestellt. „Werbung ist in der Krise das Erste, das eingespart wird“, sagt Mehta. Sie kehre aber im späteren Boom auch als Erste zurück.

Das dürfte auch für die deutschen Start-ups in der Reisebranche gelten. Bisher machten für sie die Anzeigen auf Google einen erheblichen Kostenblock aus: Sie investieren zwischen 30 und 55 Prozent ihres Umsatzes in die kleinen Textanzeigen, die ganz oben auf der Ergebnisseite der Suchmaschine auftauchen. Zusammengenommen wären die acht Start-ups auch ein relativ großer Google-Kunde: Insgesamt haben sie eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr rund eine halbe Milliarde Euro an den US-Konzern überwiesen.

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Mails, Facebook, Streaming – So sollten Sie jetzt Ihr digitales Erbe regeln

Wer von den Hinterbliebenen bekommt im Todesfall was? Beim Erbe haben viele vorrangig Geld oder Hab und Gut im Blick. Doch an ihren digitalen Nachlass, an ihre Nutzerkonten bei Facebook oder Instagram, an ihre E-Mail-Postfächer oder ihr Guthaben bei Zahlungsdiensten und wer darauf Zugriff haben soll, daran denken die wenigsten.

Ist der Nachlass im Netz überhaupt vererblich? „Grundsätzlich ja“, sagt Rebekka Weiß vom IT-Branchenverband Bitkom und verweist auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH; Az.: III ZR 183/17) aus dem Sommer 2018. Der BGH hat damals entschieden, dass die Eltern eines verstorbenen Mädchens als Erben Zugriff auf deren Facebook-Konto bekommen sollen.

Die Richter stellten grundsätzlich klar: Auch digitale Inhalte werden vererbt. Demnach treten Erben in die Nutzungsverträge ein, die Verstorbene zu Lebzeiten etwa mit Musik-Streamingdiensten, E-Book-Anbietern, Cloud-Diensten oder eben mit sozialen Netzwerken geschlossen haben.

Zugangsdaten für Erben an sicherem Ort aufbewahren

Damit Erben jederzeit auf den digitalen Nachlass zugreifen können, ist es wichtig, dass sie über die jeweiligen Zugangsdaten verfügen. Darum sollte man sich irgendwann einmal die Zeit nehmen, eine Übersicht mit all seinen Accounts samt Benutzernamen und Kennwörtern zu erstellen und diese an einem sicheren Ort zu hinterlegen – und mit „sicher“ ist nicht die Schreibtischschublade gemeint.

Weiß schlägt vor: „Man kann die Übersicht etwa auf einem verschlüsselten USB-Stick speichern und in einem Tresor oder Bankschließfach aufbewahren.“

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Digitaler Nachlass

Und die Zugangsdaten ins Testament schreiben? Das mache wenig Sinn, betont Eberhard Rott, Fachanwalt für Erbrecht in Bonn. Denn es kann Monate dauern, bis nach dem Tod ein Testament eröffnet wird. Zwischenzeitlich geht womöglich viel wertvolle Zeit verloren, die Erben hätten nutzen können, um auf Wunsch des Verstorbenen hin beispielsweise private Fotos und Videos oder Chatverläufe zu löschen.

„Generell sollten sich Erblasser so früh wie möglich überlegen, was mit ihrem digitalen Erbe passieren soll“, rät Rott. Ideal ist es, wenn man in einer Vollmacht eine Vertrauensperson damit beauftragt, nach dem Tod das digitale Erbe zu regeln.

Auch bei Vorsorgevollmacht ans Digitale denken

Eine Vertrauensperson benennen und Zugangsdaten hinterlegen – daran sollte man auch bei Betreuungsverfügungen und Vorsorgevollmachten denken, also für den Fall, dass man sich alters- oder krankheitsbedingt nicht mehr selbst um seine Angelegenheiten kümmern kann.

Sind die Zugangsdaten zu den Netzkonten den Erben, Bevollmächtigten oder Betreuern nicht bekannt, müssten diese ihre Zugriffsberechtigung gegenüber dem Anbieter erst nachweisen.

„Das kann mitunter sehr zeitaufwendig sein“, betont Rott. Etwa dann, wenn man erst eine Kopie des Erbscheins oder der Vollmacht als Nachweis an den Anbieter schicken muss.

Vertrauensperson als digitaler Nachlassverwalter

Konkret empfiehlt sich also dieses Vorgehen: Sie setzen eine Vollmacht auf und ermächtigen darin eine Vertrauensperson, nach dem eigenen Tod den digitalen Nachlass zu regeln. Diese Vollmacht sollte neben einem Datum und einer Unterschrift den Zusatz enthalten, dass sie „über den Tod hinaus“ gilt.

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Reiche Erben

Im nächsten Schritt händigt man diese Vollmacht der Vertrauensperson aus. Nicht vergessen, die Angehörigen darüber zu informieren, wer für den digitalen Nachlass zuständig ist. Die Vertrauensperson wiederum muss davon Kenntnis haben, wo die Zugangsdaten zu den Nutzerkonten zu finden sind – also etwa, wo der USB-Stick deponiert ist.

Digitalen Nachlass immer aktuell halten

„Wichtig ist, die Zugangsdaten immer auf dem aktuellsten Stand zu halten“, betont Bitkom-Expertin Rebekka Weiß. Kommen neue Nutzerkonten hinzu, muss man die Daten ergänzen. Melden Sie sich etwa von Facebook oder von einem anderen sozialen Netzwerk ab, sollten Sie den Benutzernamen und das Passwort von der Liste löschen.

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Übrigens: Auch was mit Daten auf den eigenen Geräten geschieht, sollte Teil der Vollmacht oder der Liste sein. Man legt am besten fest, was mit Rechner, Smartphone, Tablet und Co. sowie den darauf gespeicherten Dingen passieren soll.

Denkbar ist auch, dass die Vertrauensperson wechselt – etwa, wenn ein Paar sich gegenseitig für den digitalen Nachlass eingesetzt hat und die Beziehung zerbricht. In dem Fall sollte man sich die Vollmacht aushändigen lassen, sie schreddern – und eine neue Vertrauensperson benennen.

Was passiert im Todesfall mit bestimmten Fotos und Videos?

Ebenfalls wichtig: sich frühzeitig Gedanken darüber machen, welche Videos, Fotos und Chatverläufe Erben sehen und welche sie unter keinen Umständen zu Gesicht bekommen sollen.

„Das kann zum Beispiel von Relevanz sein, wenn Fremde, etwa eine gemeinnützige Organisation, die Erben sind“, erklärt Rechtsanwalt Eberhard Rott. Womöglich will man nicht, dass hinterbliebene Kinder bestimmte Daten sehen. „In den Fällen bietet es sich an, einen Testamentsvollstrecker als neutrale Person hinzuzuziehen, der Daten löscht.“

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Grundsätzlich gilt: Erben sind berechtigt, Online-Nutzerkonten des Erblassers wie ihre eigenen zu nutzen – außer, man hat in einer letztwilligen Verfügung etwas anderes festgelegt. Erben dürften somit die Daten und Nutzerkonten einsehen und selbst nutzen. Sie können auch die jeweiligen Verträge kündigen.

Vorsorge-Bevollbemächtigte und Betreuer haben die gleichen Befugnisse – vorausgesetzt, sie wurden dazu von einem selbst oder durch ein Gericht ermächtigt.

Rott betont aber: In beiden Fällen sollten die Kontakte des verstorbenen Nutzers in den Netzwerken und Diensten über die Rechtsnachfolge oder die Stellvertreterfunktion informiert werden. So vermeidet man Irrtümer und Täuschungen.

So vererben die Deutschen

Vor allem Tierheime und ihre Bewohner profitieren davon, dass immer mehr Deutsche mit ihrem Erbe einen guten Zweck unterstützen wollen. Insgesamt vererben Privatpersonen in Deutschland bis zu 300 Milliarden Euro pro Jahr

Quelle: WELT / Marcus Tychsen

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Aus Chinas Technik-Metropole kommt der neue Angriff auf Apple und Samsung

Es war schon fast ein martialischer Anspruch, den der Smartphone-Hersteller OnePlus hegte, als im April 2014 das erste Handy des gerade frisch gegründeten Herstellers aus Chinas Technik-Hochburg Shenzen vorgestellt wurde. Das „OnePlus One“ wurde als der „Flagschiff-Killer“ präsentiert – nicht weniger als der Antichrist für die absoluten Premium-Modelle von Samsung, Apple oder Huawei. Für unter 300 Euro verschleuderte das Unternehmen seine ersten Geräte damals fast, während Apple nur Monate später das iPhone 6 erst ab mindestens 699 Euro ins Rennen schickte.

Seitdem hat sich das Unternehmen, das wie die Marken Oppo oder Vivo zum Konzern BBK Electronics gehört, mit seiner Firmenphilosophie und dem markigen Slogan „Never Settle“, dem Versprechen „niemals stillstehen“ zu wollen, auch in Deutschland eine wachsende Anhängerschaft errungen.

Seit Wochen wurden deshalb im Netz durchgesickerte Informationen zur neuesten Modell-Reihe, dem OnePlus 8 und 8 Pro herumgereicht. Nun wurden die Geräte offiziell vorgestellt. WELT hat eines der wenigen Test-Exemplare bereits zwei Wochen vor der Präsentation erhalten und einem intensiven Dauertest unterzogen.

Herzstück des OnePlus 8 Pro ist zweifelsfrei das Display, das zu den besten Handy-Bildschirmen auf dem Markt gehört. In der Pro-Version ist es 6,78 Zoll groß und löst mit 3168 zu 1440 Pixeln auf. Gepaart mit einer Spitzenhelligkeit von 1300 Nits stellte es bei einer professionellen Vorab-Analyse von DisplayMate insgesamt 13 Rekorde auf oder ein. Genau wie die Rückseite ist der Bildschirm an den Rändern leicht gebogen, was dem Smartphone einen eleganten Look verleiht.

Dreifacher Telezoom mit 48 Megapixeln

Besonders beeindruckend ist die verbaute 120-Hertz-Technologie. Die hohe Bildwiederholungsrate sorgt dafür, dass Texte auch bei sehr schnellem Scrollen absolut flüssig dargestellt werden. Einen flimmernden Bildschirm kennt das OnePlus 8 Pro nicht. Selbst wer schnellstmöglich durch Menüs oder Webseiten streicht, kann weiterhin Textbrocken im Vorbeifliegen lesen.

Das ist nicht nur für die Augen angenehm, sondern erleichtert auch die Navigation, weil so zielsicher an bestimmten Stellen in Menüs gestoppt werden kann. Auch die Farbwiedergabe ist dank HDR10+ erstklassig. Selbst bei langer Benutzung ist der Blick aufs Display weiterhin angenehm. Das gilt auch für den Blaulicht-Filter der nachts oder in dunklen Umgebungen aktiviert werden kann.

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Auch sonst sieht das Gerät wirklich edel aus, etwa in der getesteten matt-türkisen Farbvariante, liegt allerdings ohne mitgelieferte Schutzhülle recht unsicher in der Hand. Spaltmaße sind nicht erfühlbar, auch sonst gibt es keine störenden Kanten. Lediglich die Kamera steht etwas zu weit aus dem Gehäuse heraus. Da sie aber genau mittig auf der Rückseite platziert ist, lässt sich das Gerät trotzdem komfortabel bedienen, wenn es etwa auf dem Tisch liegt.

Auch den verbauten Kameras verpasst OnePlus ein Upgrade. Die Hauptkamera mit dreifachem Telezoom löst mit 48 Megapixeln auf, gleiches gilt für die Ultra-Weitwinkelkamera. Eine Farbfilter-Kamera soll zudem der Bildbearbeitung von Instagram und Co. Konkurrenz machen. Auf der Vorderseite ist eine einfache Punchhole-Kamera in der linken, oberen Ecke verbaut. Sie löst mit 16 Megapixeln auf und fängt scharfe und schöne Selfies ein; Weitwinkelaufnahmen sind allerdings nicht möglich. Dass sich OnePlus von der ausfahrbaren Frontkamera des Vorgängers verabschiedet, klingt zwar nach einem Rückschritt, ist aber ein Pluspunkt. Dadurch hat das Display zwar ein winziges „Loch“, allerdings war eine mechanische Ausfahrkamera trotz vieler Tests und Sicherheitsversprechungen noch immer ein Risiko für einen Defekt. Für alle Linsen kommen Sensoren von Sony zum Einsatz.

Arbeit unter Volllast ohne Verzögerung

Die Fotos sehen durchweg sehr hochwertig aus: Die Farben sind knallig und kontrastreich, aber nicht zu bunt. Die optischen Vergrößerungen sind detailreich und scharf. Die „Single Frame 3-HDR“-Technologie sorgt für eine gleichmäßige Belichtung auch bei schwierigen Lichtverhältnissen. Videos werden in besonders scharfer 4K-Auslösung aufgezeichnet.

Die Kameras können allerdings nicht mit dem aktuellen Primus, der Ultra-Variante von Samsungs Galaxy S20 mithalten. Der Konkurrent aus Südkorea liegt preislich zwar einige hundert Euro über dem Spitzenmodell von OnePlus, trotzdem wäre auch beim 8 Pro noch mehr drin gewesen. So schaffen beispielsweise auch ältere Smartphones wie Samsung S10 Plus einen Ultraweitwinkel-Faktor von 0,5, beim optischen Zoom wäre eine fünffache Vergrößerung erstrebenswert gewesen, wie sie dem Huawei P30 Pro gelingt. Trotzdem liefert OnePlus’ Spitzenmodell wirklich ansehnliche Bilder und ist auch als Hosentaschen-Kamera sehr gut geeignet.

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Selbstoptimierung

Heimlicher Testsieger ist ohnehin auch dieses Mal das Betriebssystem OxygenOS, eine minimalistische Interpretation von Googles Android 10. Die topaktuelle Software läuft so flüssig und intuitiv, dass sie – ganz subjektiv betrachtet – das beste Android-Derivat auf dem Markt ist. Sogar Apple-Nutzer dürften sich angesichts des schlichten Designs und der eingängigen Bedienung sofort heimisch fühlen. Mit dem universellen Dark-Theme können zudem nahezu alle Anwendungen in elegantes Schwarz getaucht werden.

Angetrieben wird das Gerät von einem Qualcomm Snapdragon 865 und bis zu 12 Gigabyte Arbeitsspeicher. In einigen Rankings schnitt diese Wahl zuletzt schlecht ab. Der Vorwurf: Die besonderen Voraussetzungen des Prozessors, etwa ein eigenständiges Modem, würden für langsamere Geräte sorgen. Im Test lässt sich das absolut nicht bestätigen: Das OnePlus 8 Pro arbeitet in Windeseile und ohne Verzögerung. Auch unter Volllast und beim Wechsel zwischen mehreren komplexen Apps sind keine Geschwindigkeitsverluste spürbar.

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Auswertung von Handydaten

Auch sonst sind im Geräteinnern die neuesten Standards verbaut, etwa Wi-Fi 6 oder Bluetooth 5.1. Erstmals ist zudem die Pro-Variante IP68-zertifiziert, also offiziell staub- und wasserdicht. Fans der Handys hatten das Fehlen dieses Siegels lange bemängelt. Nur an einer Stelle ist dieser Schritt noch fragwürdig: Denn OnePlus hatte als erster Handy-Hersteller angekündigt, nur noch 5G-fähige Geräte zu produzieren.

Das Ende der „Flagschiff-Killer“-Strategie

Diese können dann ab sofort auch im mobilen Netz der Zukunft mit Gigabyte-Geschwindigkeit surfen, allerdings ist der Netzausbau in Deutschland noch kaum angelaufen. Entsprechende Tarife sind bisher Mangelware – und entsprechend teuer. Und selbst mit entsprechender SIM-Karte stand im Osten Berlins nur bestehendes LTE-Netz zur Verfügung.

Beim Akku wäre sicherlich auch eine höhere Kapazität als die verbauten 4510 Milliamperestunden (mAh) möglich gewesen. Dafür bleibt das Gerät unter der magischen Gewichtsgrenze von 200 Gramm und liegt mit genau 199 Gramm für seine Displaygröße noch angenehm in der Hand. Dafür können die Geräte endlich auch kabellos geladen werden. Dabei punktet die „Wrap Charge“-Technologie für besonders schnelles Laden. In nur 23 Minuten ist der Akku zu 50 Prozent gefüllt, kabellos dauert es eine halbe Stunde. Tatsächlich konnten die Werte im Test bestätigt werden. Das ist konkurrenzlos schnell.

Kabellos wird der Akku des OnePlus 8 Pro binnen einer halben Stunde um 50 Prozent geladen
Quelle: OnePlus

Schlussendlich gilt auch für das OnePlus 8 Pro, was für viele neue Smartphones gilt – die Zeit großer Sprünge und revolutionärer Ideen auf dem Handy-Markt ist vorerst vorbei. Dafür sind die Produktzyklen schlichtweg zu klein. Ein Vorgängermodell war erst vor wenigen Wochen erschienen. Wie innovativ der Konzern aber sein kann, bewies er zuletzt auf der Technikmesse CES in Las Vegas. Beim „Concept One“, einem Handy-Prototyp, verschwinden die Kameras, wenn der Anwender sie nicht benutzt, hinter Glas und sind so nahezu unsichtbar. Das wäre ein echter technischer Fortschritt.

Stattdessen verstößt das Unternehmen mit den neuen Preisen endgültig gegen den eigenen Anspruch des „Flagschiff-Killers“. Kontinuierlich war der Preis bereits in der Vergangenheit gestiegen. Nun geht die Variante mit 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und 256 GB Speicher aber erstmals für 999 Euro über die Ladentheke. Das günstigere OnePlus 8 mit 6,55-Zoll-Bildschirm, 90-Hertz-Bildschirmrate, schwächerem Kamera-Set und ohne kabellose Lade-Funktion gibt es hingegen bereits für faire 699 Euro.

Die Preiserhöhung dürfte vor allem durch den Einbau der 5G-Chips erklärbar sein. Das ist zwar technisch fortschrittlich in Deutschland aber noch nahezu unbrauchbar. Wer also ein Gerät der 7er- oder 7T-Serie besitzt, kann sich das Upgrade sparen. Wer hingegen mit einem neuen Smartphone in den Sommer starten will, muss sich definitiv zum Marktstart am 21. April mit dem OnePlus 8 Pro auseinandersetzen. Zwar ist es selbst mittlerweile auch preislich ein echtes „Flagschiff“ – doch gerade deshalb auch umso attraktiver.

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Dieses schicke Chromebook lässt die Muskeln spielen

Chromebooks sind oft nicht teuer, dafür aber auch nicht sonderlich leistungsstark. Aber es geht auch anders. Die Referenz schlechthin sind stets Googles eigene Pixelbook-Geräte. Die bieten nicht nur viel Leistung, die Technik steckt auch in schicken Gehäusen.

Nur: In Deutschland sind sie nicht erhältlich. Dafür gibt es gute Alternativen wie das Asus Chromebook Flip C436. Das Gerät lässt nichts vermissen, auch nicht den hohen Preis. Ist der gerechtfertigt? Der Test von „Computer Bild“ zeigt es.

Design des Asus Chromebook Flip C436

Allein das Gehäuse macht klar: Hier kommen Kaufinteressierte nicht günstig weg. Es besteht aus einer Magnesiumlegierung und fühlt sich extrem hochwertig an. Schick ist es außerdem. Die dünnen Ränder links und rechts vom 14-Zoll-Bildschirm wissen zu gefallen.

Die sogenannten Ergolift-Scharniere glänzen im Vergleich zum ansonsten matten Gehäuse. Ein bisschen Chrom-Look gehört wohl auch zum Chromebook. Ganz nebenbei haben sie auch eine Sonderfunktion: Dank der Scharniere können Nutzer den Bildschirm komplett umklappen und das Chromebook als riesiges Tablet nutzen.

Das Asus Chromebook Flip C436 sieht schick aus und bietet viel Leistung
Quelle: Asus

Alternativ können Sie das Gerät im Zeltmodus aufstellen und bequem Filme schauen. Zudem ist das Flip als Notebook ein Fliegengewicht. Es bringt nur 1,17 Kilogramm auf die Waage und ist damit unter anderem leichter als das neue MacBook Air.

Das Display des Asus Chromebook Flip C436

Das Display bietet eine Auflösung 1920×1080 Bildpunkte. Das reicht für ein scharfes Bild, andere Notebooks in dieser Preisklasse bieten aber noch mehr Pixel. Fotos und Videos wirken teilweise etwas blass.

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Notebook-Test

Wer sich einen kompletten Film auf Netflix & Co. ansieht, wird das aber nicht auf die Dauer bemerken. Etwas kräftigere Farben hätten hier aber gut getan. Im Tablet-Modus reagierte der Touchscreen zügig auf Eingaben, fühlte sich aber etwas stumpf an.

Das ist halb so schlimm. Oft werden Nutzer das Chromebook wohl nicht als Tablet nutzen. Für ein Notebook ist das Flip zwar leicht, als Tablet gehen die rund 1,2 Kilogramm aber schnell auf die Arme.

Das Asus Chromebook Flip C436 lässt die Muskeln spielen

Damit Sie es nicht tun müssen, lässt das Chromebook Flip die Muskeln spielen. Unter der Haube finden sich der Intel Core i5-10210U und 8 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher. Für ein Chromebook ist das schon ordentlich.

Außerdem fällt der Speicher üppig aus: Etwa 436 Gigabyte sind an Bord. Mit der Ausstattung lässt sich eine ganze Menge anstellen. Apps aus dem Play Store brachten das Chromebook nicht an seine Grenzen. Leistungshungrige Games wie das Rennspiel „Asphalt 9“ liefen in höchster Auflösung problemlos.

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Convertible im Test

Nur der Shooter „Call of Duty Mobile“ stürzte permanent ab. Das hat aber nicht Asus zu verschulden. Besitzer ganz unterschiedlicher Chromebook-Modelle beklagen die Problematik seit Monaten.

Tastatur und Touchpad des Flip C436

Auch Arbeiten ist möglich. Mit Google Docs, Tabellen und Präsentationen sind Office-Apps beziehungsweise deren Browser-Ablage im Betriebssystem Chrome OS bereits vorhanden. Wer lieber mit Microsoft-Anwendungen arbeitet, bekommt die mobilen Varianten von Word, Excel & Co. im Play Store.

Da liegt aber gleichzeitig die Krux: Oft sind die Anwendungen fürs Smartphone optimiert und bieten nicht den vom PC bekannten Funktionsumfang. Eine vollwertige Photoshop-Version suchen Sie zum Beispiel vergebens. Schade eigentlich, denn das Arbeiten mit dem Asus Chromebook Flip C436 macht viel Spaß.

Mit der Tastatur des Asus Chromebook Flip C436 lässt sich prima arbeiten
Quelle: Asus

Bei der Tastatur müssen Sie keine Kompromisse eingehen. Sie bietet große Tasten und ein vollwertiges Layout, fühlt sich toll an und bietet einen prima Druckpunkt. Darüber hinaus bringt sie sogar einen Fingerabdrucksensor mit, über den Sie sich bequem einloggen können. Auch das große Multitouch-Trackpad setzt Eingaben ohne Verzögerung um.

Anschlüsse und Akku vom Asus-Chromebook

Zubehör und Ladegerät schließen Nutzer über eine von zwei USB-Typ-Buchsen an. Prima: Im Karton liegt ein Adapter von USB-C auf HDMI. Ansonsten ist ein 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer an Bord.

Wer partout nicht auf die Cloud setzen will, kann den Speicher außerdem per microSD-Karte erweitern. Asus verspricht eine Laufzeit von bis zu zwölf Stunden. Im Praxistest hat es ungefähr für die Hälfte gereicht.

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Fazit: Insgesamt machte das Asus Chromebook Flip C436 im Praxistest keine schlechte Figur. Viel Leistung und viel Speicher kosten allerdings auch viel Geld. Hier will die Investition von 1099 Euro gut überlegt sein.

Nutzen Sie am PC viele Programme? Dann ist wahrscheinlich eher ein Windows-Notebook das richtige für Sie. Wer aber weiß, worauf er sich einlässt, bekommt mit dem Asus Chromebook Flip C436 ein leistungsstarkes Chromebook im schicken Gehäuse.

Stärken: viel Leistung, viel Speicher, schickes Design

Schwächen: Betriebssystem eingeschränkt, relativ teuer

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Mit diesen Tricks machen Sie Ihr Fahrrad fit für den Sommer

Ein Frühjahrsputz tut auch dem Fahrrad gut. Ein Eimer Wasser mit Spülmittel, ein weicher Schwamm und eine Bürste genügen, um Rahmen, Felgen und Speichen vom Dreck zu befreien. „Es gibt auch Spezialmittelchen für teures Geld, aber Spüli reicht“, sagt Stephan Behrendt vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Die Kette befreit man am besten mit einem Handtuch von alter Schmiere, gleiches gilt im Falle von Kettenschaltungen für die Zahnkränze und die Kettenblätter. Anschließend werden die Antriebskomponenten neu geölt oder gefettet. Flugrost an Metallteilen lässt sich gut mit Pflegepolituren behandeln.

Mit einem ausgedienten Handtuch können Radfahrer alte Schmiere von der Fahrradkette wischen
Quelle: dpa-tmn

Die Reinigung ist fürs Fahrrad zum einen lebensverlängernde Pflege und macht zum anderen Schäden und Verschleiß oft erst sichtbar, wie Behrendt erklärt. Ist etwa der Verschleißindikator an der Felgenflanke nicht mehr sichtbar, müsse man das Laufrad wechseln. Abgenutzte Bremsbeläge gehören ebenfalls getauscht.

Wenn man schon einmal dabei ist, Teile am Rad auszuwechseln, kann man es gleich leichter und effizienter machen – oder komfortabler. Und sicherere Komponenten nachrüsten.

Das Fahrrad komfortabler machen

Komfortabel sollte jedes Rad sein. Selbst auf einer Rennmaschine, die sich ansonsten bretthart fährt, muss die Sitzposition stimmen. Wer täglich radelt, wird höhere Ansprüche haben.

Vielleicht gibt es Optimierungsbedarf beim Sattel? Da hilft Ausprobieren, denn das Sitzpolster muss individuell passen. Manche Läden nähmen Sättel als Serviceleistung sogar zurück, wenn sie nicht passen, sagt Dirk Sexauer vom Branchenverband Verbund Service und Fahrrad (VSF).

Mildert Schläge ab: Mit einer gefederten Sattelstütze wird die Radtour angenehmer
Quelle: dpa-tmn

Komfortsteigernd ist eine gefederte Sattelstütze. Beide Experten empfehlen sogenannte Parallelogramm-Federsattelstützen. Diese verändern den Abstand zwischen Sitzhöhe und Pedal weniger als tief eintauchende Teleskopstützen.

Liebe breitere Reifen als eine Federgabel

Wer beim Rennrad den Komfort erhöhen und zugleich den puristischen Look nicht groß verändern möchte, kann breitere Reifen aufziehen, sofern die Durchlaufbreite der Gabel und der Rahmen das zulassen, so Sexauer. Denn je breiter die Gummis, desto besser dämpfen sie bei gleichem Luftdruck.

Von der Nachrüstung einer Federgabel wird allgemein abgeraten. Zwar könne man sie prinzipiell montieren, doch dadurch verändere sich aufgrund der größeren Einbauhöhe die Rahmengeometrie. „Wenn das Bike nicht dafür gemacht ist, dann ergibt das wenig Sinn“, sagt Sexauer. Ohnehin ließen sich Fahrerschütterungen etwa durch Kopfsteinpflaster oft besser durch breite Reifen dämpfen als durch mittelklassige Federgabeln.

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Pannenschutz

Auch Griffe beeinflussen das Fahrgefühl. Es gibt Modelle mit ergonomisch geformten Auflageflächen und Lenkerhörnchen, die das Fahren am Berg oder im Wiegetritt bequemer machen. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Sexauer nennt spezielle Gelunterlagen fürs Lenkerband am Rennrad und gefederte Holzgriffe für mehr Stil am Alltagsrad.

Das Fahrrad sicherer machen

Wer schon dabei ist, verschlissene Laufräder zu wechseln, kann über einen Nabendynamo nachdenken. Gegenüber Stecklichtern ist dies nicht nur komfortabler, weil Scheinwerfer und Rücklicht immer leuchten, sobald das Rad rotiert. Wer eine Beleuchtung mit Standlichtfunktion wählt, hat auch ein klares Sicherheitsplus: Man bleibt an der roten Ampel im Dunkeln sichtbar.

Wer nicht nur die abgenutzten Bremsbeläge, sondern gleich die alten Felgenbremsen austauschen möchte, kann sogleich auf hydraulische Felgenbremsen umsteigen. „Sehr sinnig“, findet Sexauer.

Gegenüber guten mechanischen Felgenbremsen sei das Plus an Bremswirkung zwar gar nicht so groß. Doch Hydraulikbremsen bieten weitere Vorteile: Sie seien wetterunabhängiger, da die Züge kaum rost- und frostanfällig seien. Zudem seien sie besser dosierbar.

Felgenbremsen müssen verlässlich funktionieren. Verbreitet sind mechanische Lösungen
Quelle: dpa-tmn

Auch die Pannensicherheit kann optimiert werden: Von einschlägigen Herstellern werden Mäntel als „unplattbar“ beworben. „Dabei wird mitunter Material ähnlich wie bei schusssicheren Westen verwendet“, sagt Sexauer. Spezielle und vor allem dicker aufgetragene Gummimischungen sowie Schutzeinlagen sollen es richten.

Ambitionierte Mountainbike- und Rennradfahrer steigen alternativ auf „Tubeless“-Pneus um, also schlauchlose Reifen, die eine noch höhere Pannensicherheit versprechen. Sie erfordern aber auch passende Felgen, eine Kompressor-Luftpumpe und ein regelmäßig zu wechselndes Dichtmittel. Das sei nichts für den Alltagsradler, schränkt ADFC-Referent Behrendt ein.

Das Fahrrad schneller machen

Wer Tubeless-Reifen fährt, entledigt sein Fahrrad um ein paar Gramm Gewicht. Aber auch leichtere Reifen kombiniert mit besonders leichten Schläuchen steigern die Effizienz schon beachtlich. Allerdings: Leichteres Material schränke den Pannenschutz oft ein: „Es gibt kaum ein Teil, das einem den Spaß so vermiesen oder auch versüßen kann, wie den Reifen“, sagt Sexauer.

Wer abspecken möchte, kann das daher auch an anderer Stelle tun. Eine der besten Möglichkeiten, mehr Effizienz zu erzielen, sei es, alle möglichen Anbauteile leichter zu machen, so Sexauer.

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LED-Leuchten

Wer zum Beispiel einen schweren winkelverstellbaren Vorbau für die Verbindung von Lenker und Gabel hat, könne sich ein leichteres Teil mit passendem Winkel besorgen. „Die richtige Einstellung nehmen Sie ohnehin nur einmal vor – und dann nie wieder.“

Andere Teile können je nach Gusto ersatzlos gestrichen werden: Kann der Gepäckträger weg? Ist der Ständer überflüssig? Oder die Halterung fürs Schloss? Auch schwere Federelemente empfinden vor allem sportliche Stadtradler womöglich nur als Ballast.

Mehr Effizienz mit Klickpedalen

Ist Effizienzsteigerung beim Treten das Thema, sind Klickpedale eine Option. Sie sorgen für den bekannten runden Tritt, da man nicht nur drückt, sondern auch zieht.

Mit einem leichteren und am besten aerodynamischeren Laufradsatz könne man sein Fahrrad schon ganz gut tunen, meint Sexauer. Die Investition lohnt oft mehr als bei anderen Teilen, da eine Gewichtsersparnis an beweglichen Massen mehr bringt: „Vor allem, wenn die Räder leichter sind, dann fährt sich das Bike spritziger, und es lässt sich leichter beschleunigen.“

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Moderne Bikes

Schließlich gibt es noch einen einfachen, kostenlosen Trick: Weil der Luftdruck im Fahrradschlauch mit der Zeit nachlässt, sind viele Radler mit zu geringem Luftdruck unterwegs, sagt ADFC-Experte Behrendt.

Wer dann einmal aufpumpt, verringert den Rollwiderstand, schont das Material, verbessert die Fahreigenschaften und die Effizienz spürbar – und das, ohne einen einzigen Cent dafür auszugeben.

Spezialmittel überflüssig: Ein Schuss Spüli im Wasser reicht für die Reinigung des Velos
Quelle: dpa-tmn

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„Es ist der Einstieg für Banken, mehr als ein Gelddienstleister zu sein“

Mal ehrlich: Wer weiß schon genau, wie viel Geld jeden Monat für Einkäufe, Unterhaltung, Apps und Kleinkram vom Konto abgeht? Die meisten wahrscheinlich nicht, denn die wenigsten dürften ein Haushaltsbuch führen.

Wäre doch toll, wenn man seine Ausgaben ganz von allein und auch noch hübsch aufbereitet analysiert bekommen könnte. Die gute Nachricht: Bei manchen Banken geht das schon.

Beim Fintech Revolut und der Direktbank ING heißt die Funktion schlicht Analyse, bei der Deutschen Bank Finanzplaner, die Comdirect nennt es Finanzmanager und bei N26 Automatische Kategorisierung.

Banken mit Haushaltsbuchfunktion

Allen Diensten gemein: Sie analysieren alle Transaktionen und kategorisieren sie. Das ist Miete, das ist Gehalt, das ist die Stromrechnung. So viel kommt rein, so viel geht raus, und – hoffentlich – so viel bleibt übrig.

Teils ist der computergestützte Blick auf die eigenen Finanzen nur im Browser verfügbar. Teils geben Banken auch in der Smartphone-App Auskunft. „Im Prinzip ist es die Digitalisierung des analogen Haushaltsbuchs“, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen.

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Ausgabenüberblick

Sie sieht Vorteile des noch recht neuen Service: So ließen sich auf die Art etwa Einsparpotenziale aufdecken und einfach sehen, wie Einnahmen und Ausgaben zusammenhängen oder ob langfristig Löcher in den eigenen Finanzen drohen.

„Ich finde, das führt zu einer besseren Ausgangslage für die Finanzplanung“, sagt auch Julian Grigo. Er ist Bankingexperte beim Branchenverband Bitkom. Die Übersicht über Kontenbewegungen hatten Kunden ja schon vorher. Nun würden die Daten aber nach Kategorien geclustert und ließen sich so leichter überblicken.

Analyseangebot bei Direktbank ING

Noch sind solche Angebote ganz am Anfang, sagt Jürgen von der Lehr, Leiter Banking und Zahlungsverkehr bei der Direktbank ING. Das hauseigene Analyseangebot kann derzeit Zahlungen kategorisieren und grafisch aufbereiten.

Kunden könnten außerdem ein wenig in die Zukunft schauen und sehen, welche Transaktionen bald anstehen. Das Hauptziel: „Transparenz“, sagt von der Lehr. „Wofür gebe ich mein Geld aus.“ Es gehe darum, Erkenntnisse über die eigenen Ausgaben zu gewinnen.

Neben dem reinen Überblick bieten manche Banken auch die Möglichkeit, sich feste Budgetgrenzen zu setzen
Quelle: dpa-tmn

Bislang habe die ING selbst wenig von dem Angebot, für das Software von außerhalb eingekauft wurde. Jürgen von der Lehr sieht es als Angebot zur Kundenbindung. Und als Hilfsmittel.

„Getrieben ist das aus der Erkenntnis, dass der eine oder andere Kunde Schwierigkeiten hat, seine monatlichen Ausgaben im Griff zu halten.“ Per Analyse kann man eben schnell sehen, wie die Kostenfaktoren aussehen.

Haushaltsbuchkategorien manchmal falsch bestimmt

Doch hier liegt bislang auch eine Schwäche solcher Angebote: Dass die Kategorien manchmal falsch bestimmt werden, können Kunden noch korrigieren – manche Banken bieten sogar an, dass sie eigene Kategorien anlegen können. Aber sobald man Bargeld nutzt, gibt es keine Daten.

Was man mit Scheinen und Münzen zahlt, erscheint in der Analyse nur als Bargeldabhebung. Eine händische Möglichkeit zum Nachtragen gibt es noch nicht. Wer also den kompletten Überblick will, muss weiter Kassenbons sammeln – und die Summen zum Beispiel in einer Haushaltsbuch-App eintragen.

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Geldanlage

Neben dem reinen Überblick bieten manche Banken auch die Möglichkeit, sich feste Budgetgrenzen zu setzen. Zum Beispiel 200 Euro im Monat für Restaurantbesuche oder 75 Euro für Unterhaltung. Bei Überschreitung gibt es dann eine Warnung – und man kann sehen, wo zum Beispiel gespart werden muss.

Oder man spart Kleinstbeträge an, um sich davon später etwas zu leisten. Solch einen Service gibt es etwa bei Revolut oder der ING. Bei jeder Transaktion wird dann zum Beispiel auf den nächsten Euro aufgerundet, bei Revolut landet die Differenz in einem Vault genannten Sonderkonto, bei der ING auf dem Tagesgeldkonto.

Kluge Empfehlungen aus Haushaltsbuchdaten

Viele Funktionen also, die zu mehr Übersicht und solider Finanzplanung verhelfen sollen. Aber könnte man aus den Daten nicht eigentlich mehr machen? „Richtig nützlich würde es erst werden, wenn aus den gewonnenen Daten kluge Empfehlungen im Sinne des Verbrauchers würden“, sagt Verbraucherschützerin Annabel Oelmann. Denn bislang gebe es außer Spartipps wenig.

Nützlich wären laut Oelmann etwa Hinweise auf marktunübliche hohe Kreditraten, vergleichsweise hohe Ausgaben für Strom oder Mobilfunk verbunden mit Wechselvorschlägen. Nicht nützlich wäre: Wenn etwa aufgrund der Kontobewegungen personalisierte Werbung entstünde oder Verbrauchern Kredite angeboten würden.

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Streitthema Finanzen

Genau diese beiden Fälle soll es bei der ING nicht geben, sagt Jürgen von der Lehr. „Ganz wichtig ist, dass da keine Daten das Haus verlassen und Analysen nur auf Wunsch des Kunden geschehen.“ Nur so könnten künftig weitergehende Empfehlungen aufgrund der Analysen folgen.

Von der Lehr denkt etwa an Hinweise, dass man gewisse Dienstleistungen woanders günstiger bekommt. Oder dass die Bank – ähnlich wie es spezialisierte Dienste bereits tun – für Kunden Versorgerverträge verwalten kann.

Julian Grigo vom Bitkom sieht solche datenbasierten Services noch am Anfang. Er erhofft sich künftig noch bessere Produkte – nicht nur von Banken, sondern auch von Drittanbietern.

Dazu zwei Ideen: So könnten etwa Vergleichsportale mit Erlaubnis der Kontoinhaber über diese Schnittstelle zu den Datensystemen der Bank einen Blick auf die Zahlen werfen und etwa einen Stromanbieterwechsel einleiten.

Oder unabhängige Kreditberater schauen im Auftrag der Kunden nach besseren Konditionen. „Es ist der Einstieg für Banken, mehr als nur ein reiner Gelddienstleister zu sein“, sagt Grigo.

Bei Haushaltsbüchern an den Datenschutz denken

Wichtig dabei: Vor lauter schöner Finanzdaten und -möglichkeiten nicht den Datenschutz vergessen. Besonders bei Nichtbanken, rät Verbraucherschützerin Annabel Oelmann.

Bei der eigenen Bank sei der Datenschutz soweit gesichert, und die Bank kenne ohnehin die Umsätze. Bei Drittanbietern rät sie, ganz genau zu lesen, was mit den erhobenen Daten noch so passiert.

„Die bei solchen Analytics erhobenen Daten sind höchst sensibel und sehr wertvoll. Etwa für die Werbeindustrie oder Kreditbewertungen“, sagt Oelmann.

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Mit diesen Apps misten Sie Ihre Geldbörse aus

Ob für Bahn, Flieger oder Kino: In Tasche oder Portemonnaie nach Tickets kramen nervt. Alternativ kann man einfach das Smartphone mit einem Barcode vor die Scanner halten. Und der digitale Weg kann Unmengen Papier und Plastik sparen.

Mit der iPhone-App Wallet etwa lässt sich eine digitale Brieftasche einrichten. Auch für Android gibt es eine Reihe ähnlicher Apps. Vor allem Google Pay orientiert sich funktional stark am Konkurrenten Apple.

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Smartphone als Zahlungsmittel

In Verbindung mit einem NFC-Funkchip unterstützen sowohl Wallet als auch Pay kontaktloses Bezahlen, wenn man seine Kreditkarte hinterlegt hat – und die kartenausgebende Bank mitspielt.

Tickets per App sichern

Und wie funktioniert das Speichern von Eintrittskarten fürs Kino, Tickets für die Bahn oder Boarding-Karten für den Flieger? Dazu muss der Anbieter das Ticket mit der Dateiendung pkpass bereitstellen.

Man kann das Ticket direkt aus der Mail oder der Buchungsapp etwa in Wallet sichern. Auch für Android gibt es Apps wie WalletPasses, die pkpass-Dokumente öffnen und speichern können.

Übersichtlich gibt sich die Android-App WalletPasses, die pkpass-Dokumente öffnen und speichern kann
Quelle: dpa-tmn

Als weiterer Beitrag von Apps zu einer schmaleren Brieftasche kann man zahllose Kunden-, Mitglieds-, Rabatt- und Bonuskarten digital verwalten. Ein Klassiker fürs Speichern der Mitglieds-, Treue- oder Bonuskarten ist die kostenlose App Stocard (iOS und Android).

Guthaben oder Punktestände in App anzeigen lassen

Laut der Fachzeitschrift „connect“ kann Stocard die Karten von über 100 Anbietern speichern und – anders als Wallet – auch die Punktestände und Guthaben der Nutzer bei Autoklubs, Einzelhändlern, Baumärkten, Discountern, Tankstellen oder Kaffeeläden abrufen.

Einschränkung: Beim Anlegen der Karte müssen Kunden oft auch die Login-Informationen für die zugehörigen Onlineportale eintragen, damit Stocard darauf zugreifen kann, erklärt „connect“-Autor Hannes Rügheimer, der Kundenkarten-Apps getestet hat.

Die App Pass2U bietet eine Scanfunktion zum Einlesen diverser Barcode-Typen
Quelle: dpa-tmn

„Das sind sensible Daten, daher sollte man den Zugriff auf die App in den Einstellungen von Stocard absichern“, so Rügheimer. Die App kostet nichts, tauscht aber mit den diversen Kartenausgebern Daten aus und wirbt für spezielle Aktionen.

Android-Nutzer brauchen oft mehr als eine App

Während Apple mit seiner hauseigenen App nur für wenige Anbieter wie Stocard Raum gelassen hat, gibt es für Android-Nutzer keine Google-Lösung, die über Pay weit hinausgeht. Zum einen unterstützen viele Banken und Kreditkartenunternehmen den Service.

Zum anderen arbeiten viele Museen, Kinos, Fluggesellschaften und andere Dienstleister mit Google Pay zusammen, sofern die Tickets und Eintrittskarten in besagtem pkpass-Format vorliegen.

Google Pay (Bild) bietet neben dem Bezahlen nicht so viele Funktionen rund um Tickets wie Apple Wallet
Quelle: dpa-tmn

Neben Stocard empfiehlt Hannes Rügheimer für Android drei weitere Apps zum Ausprobieren: Zum einen das übersichtliche WalletPasses. Weitere Android-Kandidaten, die im „connect“-Test gut abgeschnitten haben, sind Pass2U mit einer Scanfunktion zum Einlesen diverser Barcode-Typen und OneWallet, das ebenfalls übersichtlich sortiert.

Gläserner Kunde wird noch durchsichtiger

Doch wer Kunden- und Rabattkarten ohnehin kritisch beäugt, wird keine dieser Apps schätzen, sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Der limitierende Faktor bei der Masse an Kunden- und Mitgliedskarten war bisher der Platz in der Geldbörse.“ Doch mit Apps gebe es jetzt keine Grenzen mehr. Die Warnung vor dem gläsernen Kunden sei somit aktueller denn je.

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Apple & Google Pay

„Oft liefern Kunden viele Daten für wenige Prozente Rabatt“, warnt Tryba. „Da muss man sich fragen: Lohnt sich das?“ Sein Tipp: Besser Preise vergleichen und sich nicht wegen Kundenkarten an wenige Anbieter binden.

Die digitale Brieftasche trägt nicht auf

Ein weiteres Risiko: Rabattkartenanbieter bieten in ihren Apps neben dem Punktesammeln auch eine Bezahlfunktion. Das ermögliche noch genauere Einblicke ins Konsumverhalten für passgenaue Werbung, mahnt Tryba. Die Lösung: Datensparsamkeit.

Für Hannes Rügheimer steht dagegen der praktische Nutzen im Vordergrund. Zwar gebe man unter Umständen noch mehr über sich preis, doch biete die digitale Brieftasche einen großen Vorteil: „Eine Brieftasche, die wieder ohne aufzutragen in Sakko oder Hosentasche beziehungsweise in die kleine Handtasche passt.“

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